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  Der Proteuser-Bund - die Übersicht

 Federzeichnung Hebels aus dem Brief an Hitzig v. Dez. 1811

      Der Bund  

 

     
Der Gott

Sein Siegel / Symbol 

Die Proteologen 


Proteus

Parmenides

Diogenes Cÿnikus

Diogenes redivivus = Cynikulus

Die griechische Stoa
 

Aeiiudaeos / Ahasveros

Horatius Flaccus

Cagliostroi 
 


der „Alte vom Meer“, der Gott der Verwandlung und des Nichts (frühes Griechenland).

(Ebenfalls Hebels Zeichen für sich selbst als Parmenides in seinen Briefen an F. W. Hitzig).    

Parmenides aus Elea, bedeutender griechischer Philosoph, Vorsokratiker, 5. Jhrt v. Chr.

Diogenes von Sinope (bekannt als der "Diogenes in der Tonne"), 4. Jhrt. v. Chr.

Der Basler Buchbinder Augustin Scholer.

Die erste Kongregation des Proteus, eines der wirkungsmächtigsten philosophischen Lehrgebäude
in der abendländischen Geschichte, seit ca. 300 v. Chr.

Der Ewige Jude, eine Figur aus christlichen Volkssagen, a. d. 13. Jhrt.

Horaz - römischer Dichter der 'Augusteischen Zeit' (30 v. - 14 n. Chr.).

Alessandro Graf von Cagliostro (Pseudonym für den Hochstapler Giuseppe Balsamo), italienischer Okkultist, Alchemist und Abenteurer, 18. Jhrt. 
 

           
       
Der Thron und Altar
 

Hymnus

Wappentier

Wappenschild
 

Hauptstadt
 

Treffpunkt
 

Mitgliederliste
   

 
Der Belchen
 

Ekstase

Stork

Proteus im Wolkenkranz
mit Storken u. Schwabenhammel

Proteopolis
oder "die heilige Proteusstadt"

Gasthaus "Zum Wilden Mann"
 

Die Matrikel
 

 
(keltisch: der Strahlende) südlicher Schwarzwald, 1414 M. ü. Meereshöhe. Hebel und Hitzig "entdeckten" den Berg 1791 - das Jahr, in dem sie ihn gemeinsam 2 Mal bestiegen und den Gipfelrundblick bestaunten.

Phantasie über den Proteuskult von Hebel und F. W. Hitzig, 1793 (der Entwurf dazu ev. 1790 begonnen).

Storch

Federzeichnung Hebels aus dem Brief an F. W. Hitzig vom Dez. 1801.
 

Lörrach, im äußersten Südwesten Deutschlands an den Ausläufern des südl. Schwarzwaldes
im Wiesental, damals [wie heute] ca. 3,5 km vom Dreiländereck Baden[D]/F/CH entfernt.

1682 als seinerzeit dritter Gastronomiebetrieb in Lörrach eröffnet. Die Traditions-Gaststätte existiert,
an der Ecke Baslerstr./Wallbrunnstr. bzw. am alten Marktplatz von Lö. gelegen, bis heute.

lt. Brief an F. W. Hitzig vom Dez. 1793 von diesem geführt und aufbewahrt, heute verschollen.
 

      Der Ursprung Der "Amicisten-Orden"

Zu Beginn des Studiums in Erlangen trat Hebel in die Landsmannschaft der "Mosellaner" ein, nach ca.
einem halben Jahr wurde er in den engeren Kreis, den "Elsässer- oder Amicisten-Orden" aufgenommen.
*
 

     

Die Mitglieder

 

[Incl. der von Hebel in seinen Briefen als Netorecks bezeichneten Personen]

   
Vogt / Bürgermeister

Vögtin / Frau des BM

Stabhalter / Stellvertr. des BM  

Bammert / Feldhüter

"Oberpriester" [A]
 

 


Tobias Günttert

Karoline Auguste Günttert

Parmenides / J. P. Hebel  

August Welper

Zenonides / Friedrich Wilhelm Hitzig
 

 


(1751 - 1821) seit 1779 Leiter des Pädagogiums in Lö., seit 1790 Pfarrer in Weil.

(1762 - ?) geb. Fecht, Ehefrau des Tobias G.

auch armenides, Parm. und weitere Varianten (siehe hier)    

(1770 - 1829) seinerzeit Aktuar beim Oberamt Lörrach, später Oberhofgerichtsrat.

(1767 - 1849) Hebels bester und lebenslanger Freund. 1791 Nachfolger Hebels am Lö. Pädag.,
1800 Pfarrer in Rötteln, später in Schopfheim und Auggen. Ab 1720 Abgeordneter des Badischen
Landtags in Karlsruhe (deshalb endet der rege Briefwechsel auch um diese Zeit.
 

   

"Stabspflichtiger"

möglicherweise Mitglied

vermutliches Mitglied
 

vermutl. Mitgl.

vermutl. Mitgl. [C]
 

"unser neuer Proteuser"
 

Netoreck [D]

- Pathen Statthalter u. Netoreck [1]

- Cosefelicet-Natoreck [2/3]
 
  

Der Netoreck [2]
 

- Netoreck / Afternetoreck [4]
 

- Archinetoreck und
des älteren Netorecks [5]
 

- dem iungen Netoreck [6]
 

Karl Christian Freiherr von Berckheim

Friedrich Jutzler

Wilhelm Engelhard Sonntag
 

Christof Jakob Reinhard

ein    'Musikus Lehmann'
und   diverse Basler Herren

Hubertus von Harrer
 

Stork / Storch

Ferdinand Sigismund Hitzig

entw.   Jakob Friedrich Eisenlohr    
 
oder          Eberhard Frick
          

Jakob Friedrich Eisenlohr
 

Karl Ludwig Hitzig
 

Heinrich Sigmund Herbst

 

wahrscheinl.  Karl Friedrich Eisenlohr
 

(1777 in Lö. geb.) Schüler von Hebel u. Hitzig am Lö. Pädag., Spitzname "Notteli". [B]

um 1790 Vikar in (Sopfheim-) Gersbach; naheliegend, da "Jutzler" im Proteusischen "Begleiter" bedeutet.

(1762 - 1799) einst Kamerad Hebels am Karlsruher Gymnasium Illustre, seit 1784 Vikar in
Kandern, von Hebel als "mein zuverlässigster Freund" bezeichnet.

Pfarrer in Tüllingen.

Angaben lt. W. Altwegg an Hand der Zeichnung von Ch. Meichelt
(Nähere Angaben oder Namen konnten bis heute nicht eruiert werden).

Hebel hatte den Mitarbeiter der "Rheinischen Musen" (einer 1794 - 97 erschienenen Literaturzeitschrift) nach eig. Worten im Juli 1803 - als "neuen Proteuser eingeweiht" - "eine coseselige fidele Seele".

proteische Verdrehung, auch 'Natoreck'. In Hebels Briefen werden 6 Netorecks angedeutet:

(1775 - 1838) jüngerer Bruder F. W. Hitzigs.

(siehe nächster Eintrag 'Der Netoreck'). Im Brief an Hitzig vom Juli 1802 ist die Zuordnung nicht eindeutig,
im Brief vom Juli 1803 dagegen schon.
Zeichenlehrer am Lö. Pädag.
   

(1777 - 1856) 1801 - 1806 Präzept.-Vikar in Lörrach, ab 1819 ev. Stadtpfarrer in Freiburg, früherer Schüler Hebels in Lö. und "Theuerster Freund". Vom umfangreichen Briefwechsel ist lediglich 1 Schreiben erhalten.

(1783 - 1827) jüngster Bruder des F. W. Hitzig, und dessen Schüler am Lö. Pädagogiums,
von 1805 bis 1809 Diakonus in Lörrach.

(1777 - 1843) Hebels Schüler auf dem Karlsruher Gymnasium, später Hofmeister auf der Kaltenherberge.

 

(1783 -1827) er hatte 1805 sein theologisches Staatsexamen in Karlsruhe bestanden.

           
      - "ein unerkannter Proteuser" "Der Mann im Mond..."

 
"...haut Reiser." - Aufgeführt im Hymnus "Ekstase".
 

           
      "Steisibruser" [E]


 
Martin Steinebrunner


 

 
der Sohn des gleichnamigen Wirts der "Sonne" in Wieslet, der Hebel und Hitzig bei ihrer Besteigung des Belchen als Bergführer begleitete (deswegen 'Steisibruser' = "Begleiter" im belchischen Wortschatz).
Altwegg nimmt "den Wirt oder den gleichnamigen Sohn" an, lt. Ortssippenbuch ist der Wirt jedoch bereits 1779 im Alter von 38 Jahren verstorben - es kommt daher nur der Sohn in Frage. [F]
 

      Die Lehre    
   


Zeitrechnung
 
 

Philosophie 
 

Sprachsystem
 

Sprache / Wortschatz
 
 

Ergänzendes
 


Allmanach des auf das
gnadenreiche Jahr 1

Grundstriche des schen
Lehrsystems

Sprachsystem d. Proteus
 

Wörterbuch des Belchismus
 
 

Anhang
 


14 Kalenderblätter + 20 Paragraphen
 
 

3 Teile ('vom Proteus', 'Von der Welt', 'Vom Menschen insbesond.') mit 26 Lehrsätzen 
 

nur [der Teil] "III. Etymologie, 8tes Heft. (A. T.)" kann lt. 'Wörterbuch' als sicher existierend
angenommen werden, jedoch ist er (wie auch die ev. vorhandenen weiteren Teile) verschollen.

113 Worte, aufgeschrieben von Hebel im November 1791
(+ 9 Worte, von Hitzig unbekannten Datums angefügt)
[+ ca. 50 weitere 'proteisch/belchische Wörter in Hebels Briefen an Hitzig].

a) die Ankündigung eines "Catholikons" (eines 'allgemeinen, umfassenden Wörterbuches') des Proteus (vermutlich des 'Belchismus-Wörterbuchs') sowie einer Sammlung "Proteusscher Flüche".
b) Eine Auflistung der Post- und Diligence-Ankunfts- und -Abgangstermine in Proteopolis.
  
  

      Proteus & Belchen    
     

Proteus ist ein Meeresgott, in Unterordnung zu Poseidon und manchmal als dessen Sohn beschrieben. Allerdings ist aus der ganzen antiken bildenden Kunst kein gesichertes Proteus-Bildnis erhalten. Proteus hütete Poseidons Robben und andere von dessen Meeresgeschöpfen.
Er hat mehrere Wohnstätten, zu denen unter anderem auch die Inseln Karpathos und Pharos gehören.

Als „ein anthropomorphes Symbol des Meeres“ besitzt Proteus wie auch andere aquatische Gottheiten (Nereus, Glaukos, Phorkys)
deren drei markante Kennzeichen: das würdige Greisenalter (hálios géron, „der Meeresalte“, so Homer, Odyssee 4,349), die Gabe
prophetischen Wissens (Divination) sowie die sprichwörtlich gewordene Fähigkeit zur spontanen, polymorphen Gestaltverwandlung
(Metamorphose).
Darstellung:  Jörg Breu; 16. Jhrt.

Bild und Text: Wikipedia (gemeinfrei)

   
   
 

"Der wahre Belchen oder das Strasburger Münster aller Berge" (Hebel in einem Brief an Hitzig 1805, Nr. 137)

"Ist es wahr, daß die erste Station von der Erde zum Himmel auf dem Belchen ist..."
                                                                                 (in einem Brief an Gustave Fecht 1795, Nr. 23)

Der Belchen ist mit 1414 m ü. NHN nach Feldberg, Seebuck und dem Herzogenhorn die vierthöchste Erhebung des Schwarzwaldes.

Der Berg weist ein markantes, von der Oberrheinebene her nahezu symmetrisches Profil mit einer baumfreien Bergkuppe auf, diese besteht aus Granit, wogegen die umgebenden Steilhänge überwiegend aus Gneisen bestehen.

Er ragt aus dem Münstertal mit seinen zerfurchten, ununterbrochenen Steilhängen etwa 1.000 m auf. Sein Nordhang ist damit der Bereich höchster Reliefenergie der deutschen Mittelgebirge.

Darstellung: Emil Lugo, Blick zum Belchen vom Untermünstertal aus, 1889; Tusche und Pinsel.
Staatliche Kunsthalle, Kupferstichkabinett, Karlsruhe


  

"Oebbe fahrsch au d'Milchstroß uf in die verborgni Stadt... was siehsch?
...Der Belche stoht verchohlt, der Blauen au, as wie zwee alti Thürn,
und zwische drinn isch alles use brennt, bis tief in Boden abe...'s isch alles öd und schwarz,
und todtestill, so wit me luegt...dört isch d'Erde gsi, und selle Berg het Belche gheiße!"
(Die Vergänglichkeit, letzte Strophe)

Nach Süden hin fällt der Berg schroff gut 800 m tief in den Talkessel der Kleinen Wiese bei Neuenweg ab.

Über den Gipfel des Belchen führt eine Kette gut erhaltener Grenzsteine aus dem Jahr 1790. Diese markierte seinerzeit die Grenze zwischen dem habsburgischen Vorderösterreich im Norden und der Markgrafschaft Baden im Süden des Bergs.

Nach zwei gemeinsamen Besteigungen des Berges 1791 - zusammen mit seinem Freund Hitzig von Neuenweg aus - wird der Belchen zu einem zentralen Punkt in Hebels Denken und Wirken.

Darstellung: Arthur Schanzlin, Der Belchen im Schwarzwald, 1923; Ölgemälde.
Krone und Kultur e. V. - Schleith-Atelier, Kleines Wiesental

 

     

                 Parmenides-Signets und -Unterschriften aus den Briefen an F. W. Hitzig

     


     Parmenides-Signet, Jan./Feb. 1791 (Briefanfang)

    desgl. (Briefende)

     Parmenides-Signet, 12. August 1808
 


      
 
Unterschrift "Parmenideus", 3. Weinmonat (Okt.) 1804
                   Parmenides-Signet aus einem Brief
                                                                                                   aus dem 'Nachlass Hitzig', verm. 1811


Unterschrift "Parm.", 14. April 1815
   

      Proteische Zeichen    
   



        Stork | Proteus |Zenonides| Parm. |Horatius| Proteus | Stork
                                          


Parmenides |Zeno.| Proteus | Storkenflügel  |    Proteus    |   Storken   | Proteus |Horatius| Parmenides
                                                                  

Zeichnungen Hebels aus dem Brief an F. W. Hitzig vom August 1812
 

           
       
a)  [G]

b)   [G]
 

 
Ein Zusammenhang mit dem "Proteuser-Kult" und dem "Belchismus" ergibt sich aus den den Zeilen in seinem Brief vom 25. Dezember 1795 an Gustave Fecht:
"Ist es wahr, daß die erste Station von der Erde zum Himmel der Belchen ist und die zweite der Mond und die dritte der Morgenstern... Und hat er [der Engel] Ihnen nicht von D. Brodhag erzählt?"
Die von Hebel unter die letzten Zeilen gesetzten Zeichen sind die Geheimzeichen der ersten 3 Grade des "Harmonisten-Ordens" oder auch "Orden der schwarzen Brüder", also die seiner beiden Gegner - Runkel und Stork - in seinen Duellen während seines Studiums (1. Grad = Stern, 2. Grad = Mond, 3. Grad = Sonne).
 
Abra-cad-dabra ist ein bei dem römischen Dichter Serenus Samonicus (um 200 n. Chr.) erstmals vorkommendes Wort, das als magische Heilsformel benutzt wurde. Als sog. Schwindwort, meist als gleichschenkliges Dreieck geschrieben, kann es in dieser Anordnung nicht weniger als 1024 mal gelesen werden, wenn man bei irgendeinem A beginnt und bis zum letzten A in der oberen rechten Ecke fortschreitet.
Mögliche Herkünfte sind die aramäischen Wörter:
- avrah k'davra
, was so viel wie „ich werde erschaffen, während ich spreche" bedeutet. Abra von
  'bra', bedeutet "schaffen", Ka "während" und Dabra ist die 1. Person des Verbs 'daber', "sprechen".

-
Abra ka-Dabra, was etwa bedeutet: „Es vergeht wie das Wort".
Abda ka-Dabra, sinngemäß: „es geht zugrunde wie das Wort". Dadurch, dass ein bestimmtes Wort
   zum „Schwingen" gebracht wurde, glaubte man beispielsweise Schmerzen lindern zu können.

Bei 'Brodhag' soll es sich um den exzentrischen Arzt Karl Friedrich Brodhag gehandelt haben, der 1794 gestorben war und bei dem die Anwartschaft auf das himmlische Jerusalem aufgrund seiner Ungläubigkeit zweifelhaft war. Wahrscheinlich war dieser Brodhag ebenfalls ein "Schwarzer Bruder", dem Hebel nach
seinem Tod durch die Verwendung der Heilsformel die dortige Aufnahme ermöglichen wollte. Nach studentischem Brauch war mit dem Tod des Gegners auch jeder Groll begraben. Hebel bekräftigt die
Formel mit seinem eigenen Proteus/Parmenides-Symbol.
 

      AABBRRAACCAADDAABBRRA
AABBRRAACCAADDAABBR
AABBRRAACCAADDAAB
AABBRRAACCAADDA
AABBRRAACCAAD
AABBRRAACCA
AABBRRAAC
AABBRRA
AABBR
AAB
A

 

     AABBRRAACCAADDAABBRRA
     AABBRRAACCAADDAABBR
     AABBRRAACCAADDAAB
     AABBRRAACCAADDA
     AABBRRAACCAAD
     AABBRRAACCA
     AABBRRAAC
     AABBRRA
     AABBR
     AAB
     A

 

   
   
   
   
      Proteische Korrespondenz    
     

    
     Die Entwicklung und Beschäftigung Hebels mit der Proteuser-Philosophie beschränkte sich nicht auf die kurzen Jahre in Proteopolis (Lörrach).
     Dies wird deutlich, wenn man sich den Briefen widmet, die er, über den langen Zeitraum von 1793 - 1821, häufig als Parmenides an Zenonides - F. W. Hitzig schrieb
     (dass danach keine Briefe mehr folgten, liegt vermutlich daran, dass Hitzig als Abgeordneter der 2. Kammer des Bad. Landtages sehr oft in Karlsruhe weilte, und der
     persönliche Kontakt den brieflichen ersetzte). Da keine an Hebel gerichteten Briefe seinen Tod, oder besser die Beseitigung seines Nachlasses durch die Verwandtschaft
     überdauerten, können wir leider keinen Aufschluss darüber gewinnen, ob Hitzig in gleicher "proteusischer Terminologie" geantwortet hat. Naheliegend wäre es schon,
     da Hebel andernfalls wohl von der häufigen Verwendung proteusischer Wörter und Anspielungen Abstand genommen hätte.
    
     An dieser Stelle sollen nun nicht sämtliche Briefe oder Briefstellen aus Hebels Schreiben zitiert werden (diese können im "Briefe-Ordner" unter "Friedrich Wilhelm Hitzig"
     alle nachgelesen werden) - ich möchte hier aber doch einige der aufschlussreichsten Passagen anführen:

     

 
Dezember 1793      




Januar — Februar 1797      




  

  Anfang September 1802      























Anfang — Mitte November 1802      








Ende Juli 1803      






September 1804      






 

   
Unterdessen hat auch den Herrn von Edelsheim zu sich genommen. Der erste dumme Streich den begieng. Denn bey Gott! Bruder, er war nicht wofür ihn mancher im Oberlande hielt, war überschwenglich mehr, als mancher giftige Geiferei verstehen konnte, der bravste Mann nach dem Fürsten, wie der erste; der humanste Mann, Freund des Marggraven, des Landes, des Verdienstes, der Wissenschaften, des Bürgerstandes. Ich ehre ihn seit seinem Tode als einen Urproteusen und bitte dich seinen Namen in die Matrikel einzutragen.

Ich hab angefangen die Kantische Philosophie zu studiren, auf Anrathen eines sehr gelehrten Ungarn, der sich hier aufhält, und laß es nun wieder bleiben auf Anrathen Meiner. Sie sey dem Desegelisgeinet im Augenblick seiner schlimmsten Laune preisgegeben mit allen Kategorien. Es gibt nur ein System, nur eine Philosophie — Unsere! die sich von allen andern wesentlich darinn unterscheidet, daß sie auf einem Grunde ruht, in dem iene auf nichts, die unsrige aber doch wenigstens auf das Nichts gegründet ist. — Wollen wirs nicht ausarbeiten und in der Form eines Almanachs für 1798. Als eine Satyre aller Philosophie herausgeben und sust näumis?...
...Adio! Helf uns Proteus!        Es leucht' uns der nächtl. Nimmerschein!  

Ich verlasse Karlsr, am Sonntag vor Micheli mit Sander, Welper und Fröhlich und gehe nach Hügelheim zu Schmidt an die Stuffen des großen, Niebewegten, Wolkenspendenden. Von dort aus soll es mir gar nicht ab der Hand und außer dem Sinne liegen, wenn der Genius mich anweht ihn gerade zu erklimmen den Großen, Nimmerbewegten, Oechsleinseligen, und wenn ich den Drekchdu und die Steissibruserie begrüßt, und Carolisens verwehte Spuren gesegnet, und vom Rekapitulationsblütschi aus den Großen, Weitgesehenen, Aethervertrauten noch einmal angebetet habe, eines Gangs das Thal hervor zu metzgen und wie Odysseus den besoffenen Polyphem, so ich den Kaps zu prügeln, und dann in Steinen den Dicken zu fragen, ob der Steg über die Wiese stehe. Sollte mir aber der Deus in nobis als einem durch 10iährige Verschwabenhamlung unrein gewordenen das herumtalpen auf heiligem Boden vor der Reinigung im Tempel verbieten, so werde ich auf der Straße der Schwabenhämmel nach Hertingen aber metzgen, bey dem Chatz mich noch einmal ganz erschröcklich verschwabenhammeln, über Candern nach Wisleth gehn und den Kaps doch prügeln, dann die heilige Bahn durchschneiden und in Hausen bey den Flußspatöchslein Quarantäne halten, dann in Schöpfen sie einige Tage fortsetzen, das Haupt in der Wiese waschen und endlich mich dem Priester zeigen. Selige Stunde der neuen Belebung und des Eintauchens in die heiligsten Gefühle in der Umarmung des Lieben und Theuren, das heißt, Deiner! Von da gedenke ich, wenn in einer guten Stunde der Ostwind nicht weht, das heißt wenn nicht die Luft vom Grabe des Pfeddelbacher Oberhammels neuerdings profanirend über die Thumringer Straße wandelt, nach Proteopolis um den Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte zu sehen, dann nach Basel zu wallen, um mir als Reliquie einen Span von der äußersten Hülle des Cynikulus herabzuschneiden, in Weil das Diarium meiner Wallfahrt nach dem Rekapitulationsgesez niederzuschreiben, und dann endlich selbst rekapitulirt das h. entsündigt, geheiligt, veräthert, für nimmer lange, nur um mich in die Glorie meiner Proteusischen Widergeburt noch eine Zeit lang sichtbar zu zeigen, in die Welschkorndichten, von keinem Oechslein besuchten Sandfelder zurückkehren — nicht mehr ein langsam weidender Schwabenhammel, sondern ein Metzger von kurzer Erscheinung.
Mein Jutzler auf dieser Reise wird ein leichter Mastelnack seyn. Welch ein Fluch dieses klotzigen Herumtreibens immer mit Materie bepackt und von ihr verfolgt zu seyn! Ich gedenke daher von Hügelh. aus den Mastelnack seine eigenen Wege gehen zu lassen und den KR. Sander zu bitten daß er ihn in K[alten] Herberg im Vorbeyfahren in den Postchaisenkorb werfen solle, und wenn alsdann das Vieh, nemlich der Mastelnack ein halbes Quintlein Vernunft hat, so wird er in Thumringen selbst an Land steigen und nach Rötteln hinaufgehn um mir, wenn ich nachkomme die allemanischen Lieder herauszugeben, die ich gern scharf recensirt von dir haben möchte, damit du sie in der Folge wenn sie mit dem Preßbengel am Hals in der Welt herumlaufen, desto glimpflicher recensiren könntest...

...O die heiligen Buchen, und o die dämmernden Halden, und der Wolkenverwandte Altar, und der schweigende See, und die Oechslein umher, und das alternde Bebi und der dreckige Drechdu, und Carolisens Laube, und alle Zeugen unseres freundlichen Beysammenseyns und unserer lieblichen Thorheit! Warum bin ich nicht mitgekommen? Warum? Weil mich Desegelesgeinets Bande halten, weil ich im Schatzwäldgen (du hast ia Wucherers Relation darüber in der Zeitung gelesen) herumgeistete, und das hinzugelogene Schwefelquell'gen suchte, und auf Rüppurs Spätiahrsfluren Brach-Rüebgen fraß — ich Schwabenhammel!
Aber soll die Sonne, die iezt alle Abend tiefer und gerötheter in die Wolken sinkt, noch einmal steigen, und ich will ewig ein Schwabenhammel bleiben, und mit dem Pfeddelbacher an einer Suppe fressen und aus einem Kübel saufen, wenn ich nicht komme, und den Frühlingsthau von den Buseröris des Altars lecke, und mich Widergebohrnen und Enthammelten in deine heilige Priesterarme werfe...

...Duke est desipere. Ich habe vorige Woche und zwar in einer WeinKneipe zu Bruchsal nachts um 1 Uhr einen neuen Proteuser eingeweiht, den Hubertus von Harrer, der für Basseltang nach Astracan reist, ein großes Genie, ein feuriger Mensch, und eine coseselige fidele Seele. Ja der Proteus weiß es, wir waren Abends um 6 Uhr schon im dritten Wirtshaus, und dort gefiel es uns, weil wir allein waren, und blieben bis Nachts um 2 inter plena pocula und unter den stillen Flüchen der schlafseligen Wirthinn, die uns ohne es zu wissen manchen proteusischen Segen gab, Z. B. daß wir beym Teufel wären, daß sie uns nie gesehen hätte, daß wir wären wo der Pfeffer wachst, daß wir am ersten Glasvoll erstickt wären, oder auf dem Wege den Hals gebrochen hätten...

...Gerne, gerne kam ich in wenigen Wochen selbst zu euch, ihr Guten, um froh und coseselig bey euch zu seyn, und über das und andres mit dir zu sprechen und zu schnackein. Aber zu anderen Abhaltungen kommt dismal mein Auszug, der in die Ferien fällt, und den ich kaum würde verschieben können, weil auf mein Logis alsdann schon wieder ein anderer wartet. Einmal werde ich euch doch wiedersehen und begrüßen ihr heiligen Haine des Proteus ihr lieblichen heimischen Auen, ihr guten Menschen darinn, und dich zum erstenmal, du kleine zirpende Proteuserinn. Küsse und grüße mir sie und die Mutter, und nimms an dir selber ab, was dein Nächster gerne hat, wenn ich dir dismal zu lange nicht geschrieben habe.
Mit gutem Blut und Herzen    Dein Parmenid.
 

  3. Weinmonat (Oktober) 1804

...Gott segne euch den Herbst, nicht nur mit vielen Trauben und süßem
Monet, nos ederes auceh kèrimit nünnes Frâudes, used fero hem gesunez den Weisen vos asso 1804 is dreinnig Jahrâs used drüber.

  Moste, sondern auch gehörig mit süssen Freuden und frohem Genusse des Weines von anno 1804 in dreissig Jahren und
 
 

     

D. 26ten Februar 1805      



24. — 27. April 1805      



d. 21. Aug. 1806      







den 30ten August 1807      



d. 6ten Apr. 1809      















Mitte Juni 1809      

















4ta Calend. Pisteos. [4. Nov. 1809]    














 

...Lebe wohl du gattiger Proteuser in den Freuden deines auflebenden Frühiahrs um dich her und grüße mir den ersten Pelargen. Oder wenn ich selber einmal quer über das Wiesenthal fliege, so schau mit deiner Daube und dem Däublein freundlich zum Fenster hinaus und schieß nicht deinen J. P. Parm.

So war ich denn auf dem Belchen aller Kirchthürme und hatte fast immer von einem wunderlichen Sehnen angezogen das Auge im Süden. Aber der wahre Belchen oder das Strasburger Münster aller Berge war in proteische Dünste verhüllt und, während ich auf der Kirche stand, warst du vermutlich drinn, denn es war Carfreitag. Doch grüßt ich euch unbesehen über Berg u. Thal, und das war schön von mir ...

Bald lern ich dir ab, mein Theuerster, wie man der Ober-Postamtskasse durch Verzögerlichkeit der Korrespondenz die Revenuen schmälert, ist aber nicht bös gemeint, und kein Mensch anders dran Schuld als der Dengelngeist in Trägheitsgestalt, denn gleich wie Proteus sich in alle Gestalten wandelt, so thut auch, so weit seine Macht nicht gebunden ist, sein Gegner der Denglengeinet und erscheint bald als Rheinisches Bundes Haupt, als hessischer General, als Fliegenschwarm der mich ganz entsetzlich mißhandelt, als Regimentstambour der mich fast zu tod trommelt, und wieder als Trägheit, Zaghaftigkeit, Coelibat und Ohrenbeicht, Freßdrang, Fischsucht und Floßkraft, Wakelzahn, Promotionsmaxime, Krugbier. Kurz ich lebe, webe und bin in ihm, aber lebt in mir, ohne welche Repugnanz des Innern Prinzips gegen das äußere ich schon lang in Dengelnschall aufgelöst wäre, und allnächtlich auf dem Feldberg durch die Lüfte ertönen müßte...

Sage mir, o theuerster Pränideset, was für ein proteiischer Planet es sey, der dieses Jahr regirt, und die Trauben kocht, und die Dintenfäßer austrocknet? Das meinige hat kaum noch Flüßigkeit, daß ich dich grüßen, und dir sagen kann, daß ich noch lebe, oder eigentlich noch vegetire, und bis zu den drei Männern im feurigen Ofen hinein, und bis in den entsetzlich heißen Schoß des Proteus hinein dich liebe...

...Wenn die theol. Gesellschaft noch bestünde so hätte ich ihr dismal einen Aufsatz über den Polytheismus geschrieben. Ich gestehe dir — denn eine Beicht unter Freunden ist so heilig, als die am Altar, daß er mir immer mehr einleuchtet, und nur die Gefangenschaft, oder Vormundschaft, in welcher uns der angetaufte und anerzogene und angepredigte Glauben behält, hinderte mich bisher den seligen Göttern Kirchlein zu bauen. Unser dermaliger philosophischer Gott steht, fürchte ich, auf einem schwachen Grund, nemlich auf einem Paragraphen, und seine Verehrer sind vielleicht die thörichtesten Götzendiener, denn sie beten eine Definition an, und zwar eine selbstgemachte. Ihr Gott bleibt ewig ein Abstraktum und wird nie concret. — Als man zur Zeit der Bibel nur ein paar Cubikklafter vom Weltall kannte, war es keine Kunst sich mit Einem Gotte zu begnügen, und ihn menschlich zu lieben, weil man ihn menschlich denken konnte. Und doch konnte selbst der sanktionirte Monotheism. nur mit Zwang und nie mit Glück den Götterglauben und die Anbetung derer, die uns näher sind, als der einzige, ewige unerfaßbare über den Sternen entfernt halten. Ich möchte mich gerne mit einem oder einigen Göttern dieser Erde begnügen, die um uns sind, die uns lieben und beobachten, die unsre Blüthenknospen aufthun, unsre Trauben reifen, denen wir trauen können, und die sich lediglich nichts darum zu bekümmern haben, wer für die andern Sterne sorgt, so wenig als wir. Sie sollen nicht allmächtig, nicht allweise nur mächtig und weise genug für uns seyn, nicht souverain, sondern untergeordnet einem noch mächtigeren und weisern, um den sie, nicht wir uns zu bekümmern haben. Sie sind vielleicht schon so oft erschienen, den Juden und Griechen, beiden in der Gestalt und Form in der sie ihnen erfaßbar waren, dort Engel, hier Dämonen; sie würden vielleicht auch uns noch eben so wie ienen wahrnehmbar seyn, wenn wir nicht durch den Unglauben an sie die Empfänglichkeit ihrer Warnehmung verlohren hätten. Das Organ dazu ist in uns zerstört. Wir haben ihnen keine einzige Form mehr übrig gelassen, in der sie uns erschaubar werden könnten...

Nun trit einmal ein par Schritte näher, o Zenoides, der du mich schon zum voraus dauerst, und laß dich waschen und fegen, und ganz entsetzlich mißhandeln, du dintenloser, ungefederter, papirscheuer Sterblicher! Du Siebenschläfer, nenne ich dich, du Neuntöder meiner Geduld, du Pelagianer, du Sabellianer, du Patriot, du Anabaptist, du Rosenkreutzer, du unproteischer Antichrist. Ach daß ich dich auch einen Utraquisten nennen könnte, z. B. einen der zwey Hände hätte, oder an beiden Orten zugleich seyn könnte, im Schwanen zu Lörrach im Fleisch, und zu Carlsruhe im Wort, oder wenigstens nur an einem Ort. Aber gesteh mirs! du existirst nicht mehr, bist aufgenommen von dem Proteus in
reines, klares
offenbares
nie empfundenes
nie gewesenes
Nichts
entwoben, zerstoben,
im Glanze seines Angesichts.
Deinem Busen näher
Vater der Proteer
innig von dir angezogen
geistig von dir eingesogen,
Urrein, ganz dein.

Hörst du die Schwingen der Zeit?
Siehst du die Cyklen
sich um den Webbaum des Nimmerseyns wicklen,
stets fliehn das seelige Heut?
O Lieber!
Warum hast du vernagelt den Schieber
nd schauscht nicht aus deiner heimlichen Claus
ein Stündlein zu deinem Parmenis heraus.
Ich komme! da bin ich!
Und hau' ihn entzwey mit dem Hieber.
Alle Hagel!
Hier ein Fetzen!
Dort ein Nagel!
dein Entsetzen
mag mich wundersam ergetzen.
 

     

D. 4ten. [3. Dez. 1809]      
 


       (Die Zeichnung befindet sich auf der Rückseite des 2. Blattes)
  
 

      Anmerkungen    
   

 
      *

 
  
J. P. Hebel  
 Bado Mosellanus  
[gelöschtes Amicisten-

Geheimzeichen] 
 

 
Hebels Beitritt zu den Mosellanern und die Aufnahme in die Amicisten waren verbunden mit diversen feierlichen Zeremonien, "verbindlichen" Ritualen, einem pflichtgemäßen Eintreten für die Gemeinschaft, aber auch mit tollen Ausgelassenheiten und übermütigen bis derben Studentenstreichen, die einen tiefen Eindruck machten - und die, wie die Briefe an Hitzig und die Fam. Hauffe zeigen, eine lebendige Erinnerung für das ganze Leben hinterließen. Daher dürfen wir annehmen, dass die Wurzeln der Proteuser in Erlangen lagen: hier wie später in Lörrach gab es einen "Geheimbund" mit "Siegel", "Geheimsprache", "Geheimzeichen & -schriften, Regularien, Decknamen für die "Ordensbrüder" - entnommen der römischen und griechischen Geschichte und Mythologie - u. v. m. Wahrscheinlich war auch Günttert, der 'Vogt', Angehöriger der Mosellaner und Amicisten (wenn auch an einer anderen Universität) und so haben sich beide in Lörrach auf der Basis des gemeinsamen Studentenerlebens wieder gefunden.
(Zusammengefasst nach einem Beitrag für den Markgräfler Geschichtsverein von Friedrich A. Pieztsch, Heidelberg - zum vollständigen Artikel hier)


 
 
Ursprünglich die ineinander geschobenen Buchstaben 'A' und 'V' in der Bedeutung "Vera Amicitia" = Wahre Freundschaft.

   


     [A] Von Friedrich Becker 1860 in "Die Basler Festgabe" so 'tituliert' und von W. Altwegg bestätigt.

     [B] Der spätere Staatsminister und Präsident der Generalsynode von 1821 zur Vereinigung der lutherischen mit der reformierten Kirche, war ein strenger
          Vertreter des staatskirchlichen Systems und der härteste Widersacher Hebels, der für kirchliche Selbstverwaltung und Mitbestimmung eintrat. Letztlich
          setzte sich Berckheim mit Rückendeckung des Großherzogs durch. Nichtsdestotrotz wurde Hebel der erste Prälat der vereinigten badischen Landeskirche.

     [C] Proteuserbund (bei der Kirche von Rötteln) - von Christian Meichelt, 1812: lt. Wilhelm Altwegg: ...sind der 2. v. li. ein 'Musikus Lehmann', die anderen
          mehrheitlich Basler Herren... - die Namen wollte Altwegg eruieren und später nachliefern. Dazu kam es nie: entweder wurde er nicht fündig oder
          er konnte die Aufgabe bis zu seinem Tod 1971 nicht mehr in Angriff nehmen. In Hebels Briefen an Hitzig lassen sich 2 Namen finden, die dafür
          in Frage kämen (dies ist natürlich hochspekulativ, zudem kam Meichelt erst 1798 nach Lörrach, er kannte die Szene daher nur vom Hörensagen):
 
          - Samuel Flick, Buchhändler in Basel. Das proteusische Wort "Felicek" ist eine Verdrehung aus 'Flick'. (Er gründete 1803 in Aarau eine Filiale, für die er
            Heinrich R. Sauerländer als Geschäftsführer einstellte, der 1805 die Buchhandlung selbständig übernahm und ab 1820 die "Alemannischen Gedichte" druckte.
 
          - Johann Jakob von Mechel (1764 - 1816), Maler und Kupferstecher in Basel. (Er unterhielt auch in Lörrach eine Stecherwerkstatt, im Hinblick auf sein Alter
            aber sicher erst nach der 'Proteuserzeit'.

     [D] Unter Netoreck oder Natoreck versteht Hebel lt. W. Zentner einen jungen Mann aus dem heimatlichen Wiesental, der gewissermaßen erst
          die niederen Weihen des Proteus empfangen hat. Für die oben genannten, von Hebel in seinen Briefen angedeuteten (wenn auch nicht namentlich
          genannten) [1], [2], [3], [4], [5], [6] mag das stimmen - für Zentners These, dass Hebel alle jungen Männer aus dem Oberland als Netorecks bezeichnete,
          konnte ich in den Schriften und Briefen keinen definitiven Beleg finden.

     [E] Zur Person des 'Steisibruser' existiert neben der obigen, von Wilhelm Altwegg stammenden Angabe, eine weitere, widersprüchliche:
          lt. W. Zentner sei es ein Bauer aus Neuenweg gewesen. Die Altweggsche Angabe klingt m. E. plausibler.
          (Er wird hier aufgeführt, obwohl er sicher kein Mitglied bei den Proteusern war, aber offensichtlich für Hebel und Hitzig eine wichtige Rolle spielte)

     [F] Außerdem gibt es einen 'Steisibruser von Neuenweg', Johann Jakob Renk, Lehrer in Neuenweg (Kleines Wiesental) seit 1812, er wurde, wohl auch mit Hebels
          Unterstützung 1815 nach Maulburg versetzt. Weitere Angaben sind nicht zu ermitteln.

     [G] Von W. Zentner liegen 2 Widergaben vor: a) aus dem 2-bändigen Werk von 1957 mit dem Davidstern (Hexalpha) und b) aus dem 1-bändigen Werk von 1976
          mit dem Pentagramm (Drudenfuß). Welche von beiden korrekt ist, kann ich, da die Originale nicht zugänglich sind, nicht entscheiden (Jedoch verwendet auch
          Friedrich A, Pieztsch, Heidelberg in einem Beitrag für den Markgräfler Geschichtsverein die Version mit dem Davidstern).
 

           
 
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1. die "Proteische Zeitrechnung"

2. das "Lehrsystem des Proteus"

3. das "Verzeichnis der berühmtesten Proteologen älterer u neuerer Zeiten"

4. den "Anhang" zum Almanach des Proteus

das "Wörterbuch des Belchismus"

der Hymnus "Ekstase"

Der Hymnus "Ekstase" - Entwurf / 1. Fassung -