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  Der Proteuser-Kalender  

2. das "Lehrsystem des Proteus"  
3. das "Verzeichnis der berühmtesten Proteologen  
älterer u neuerer Zeiten"

das "Wörterbuch des Belchismus"  

       


   Proteische Zeitrechnung

                 § 1.    
     
Das Jahr deswird eingetheilt

in Cÿklen.
    
Der Cÿklus in Triaden.
    
Die Triade in Tage.
    
Der Tag in Stunden.

                  § 2.
Auf einenschen Tag gehen 24.
    
    
Stunden. Er fangt sich iedesmal
    
mit der Mitternacht an, wo in
    
der Regel die gröste Finsternis,
    
das figürliche Sinbild des den
    
Horizont bedekt, und endigt
    
sich wieder mit der Mitternacht.
    
Auf eine Triad gehen 3 Tage
    
auf einen Cÿklus 9 Triaden,

so viel als nemlich vom 4 ten

bis 30sten November Triaden ge-
    
zahlet werden.
Das wahresche Jahr hat 13.
    
    
Cÿklen, scheint also in allem 351.
 

 
       

    
Tage, aber 14. Tage weniger, als
    
das ganz ähnliche Sonnenjahr zu
haben.
    
                  § 3.    
Da sich aber, wie bald deutlich au-
   
fallen wird, das sche Jahr mit
    
dem nemlichen Tag gewönlich
    
    
endigen muß, mit welchem es
    
wieder anfangt, folglich der nem-
    
lichen Tag zum alten u. neuen
Jahr gerechnet wird, so ist ein sol-
   
ches sches Jahr ein negatives
    
d. h. ein sches Schaltjahr, das nun
        

350 Sonnentage oder gerade
     

5 Triaden weniger als ein ge-

    
meines Sonnenjahr in sich
fasst.
    

                  § 4.
Da aber aus der Abweichung
   
des schen Jahres vom (Sonnen) Jahr
    
    
eine grosse Verunsicherung in
    
Handel und Wandel unver-
    
meidlich wären, so wird statt des
    
wahren ein scheinbares, dem
(Sonnen) Jahr gleichförmiges Jahr des
   

 
       


durch einen positiven Schaltcÿklus
    
von 5 Triaden oder 15 Tagen an-
genommen.
    
                    § 5.
Das scheinbare Jahr desfangt sich
    
mit dem wichtigen Andreastag
   
an, welches der 30ste November
   
    
des (Sonnen) Jahrs ist. Da aber dieser
    
Tag zum lezten Cÿklus des Jahrs
    
eben als wesentlich gehört, sinte-
    
malen sonst der letzte Cÿklus nur
    
8 Triaden u. 2 Tage betrüge,
    
so dauert auch das Jahr inclu-
sive bis zum Andreastag, und
 

ist also dieses der negative Schalt-
tag, des grossen uhrähnliches
   
Ebenbild.
    
                    § 6.    
Im (Sonnen) Schaltjahr aber, wo ieder Cÿk-
    
lus vom 29 Febr. an, einen Tag
    
früher begint, endigt sich der letzte
    
    
Cyklus mit dem 29 November und
    
ist also deshalb kein negativ-pro-

teisches Schaltjahr.

[Ein § 7 ist nicht vorhanden, verm. ein Irrtum Hebels
beim Notieren bzw. Durchzählen - die Seitenpaginierung
des Originals ist vollständig]

 

 
                       § 8.

Zeichen, Namen, u. Zeiten der
14 Cyklen des scheinbarenschen Jahrs

1.

Proteus

30. Nov - 26 Dez

27 T.

2.

Μήλον   Schwaben-  hammel

27 Dez - 22 J.

27

3.

Cynicus

23 J. - 18 Feb

27

4.

Pelargos Storkencÿklus

19 F - 17 Mrz

27

5.

Parmenides

18 M - 13 Ap.

27

6.

Anthos        Blüthen-cÿklus

14. Ap - 10. M.

27

7.

Wilhelm

11. M - 6 Jun

27

8.

Aei-Ioudaios   Ewig-Judencÿkl.

7. J - 3 Jul.

27

9.

Pistieikos

4. J. - 30. Jul

27

10.

Petrus

31 J - 26 Aug.

27

11.

Horatius

27 A. - 22 Sep.

27

12.

Oivos            Most- cÿklus

23 S - 19 Okt

27

13.

Cuniculus    Schalt- cÿklus

20. O - 3 Nov.

15

14.

Pisis           Prüfung

4 N - 30    inclus.

27

 
                       § 9.
    
Der Namen des 2ten Cÿklus  Μήλον 
 
klärt sich auf aus:   II, Tag 22.
    
    
der 3 te Cÿnicus aus :   III. 2
    
der 5 te Parmenides aus: III, 1.
    
der 8 te Aeiiudaos aus: III. 5.
    
der 9 te Pistieikos (von Pisis
und Elkos heisst so, weil er mit
    

dem nemlichen Monatstag anfangt

u. endigt wie der Cyklus des
Glaubens
    
der 11 te Horatius aus: III, 6
    
der 13 te Cÿniculus aus: III, 2. 3.

die übrigen verstehen sich selber.

                    § 10.
Im gegenwärtig lauffenden (Sonnen-) Jahr
    

fällt der Anfang sowohl des
wahren als des scheinbarenschen Jahrs
   
    
auf den nemlichen Tag. In in-

dem folgenden fangt das wahre

in um 15 Tage früher an, und

es ergibt sich aus Rechnungen, daß

73. wahre oder 70 scheinbare
 
            
. Jahre aufrundend ausreichen, ehe
    
beider Anfang wieder auf den

nemlichen Tag sich aneignet.

Dieser Zeitraum heisst die gro-
sesche Periode (dassche Seculum).
    
    
                    § 11.
    
Die Zahl, welche anzeigt, in
    
welchem Jahr einer Periode man

sich befinde, heisst die Exakte
    
des.

                    § 12.
    
Vermöge dieser Zahl, lässt
    
sich für iedes scheinbare Jahr
    
des der Tag finden, auf
    
welchen der Anfang des wahren

fällt.
    
                    § 13.
    
Für iedes Sonnenjahr die
scheinbare Jahrzahl des
    
zu finden.
 
            
Subtrahirt von der (Sonnen-) Jahrzahl

die Zahl 1790. so zeigt uns
der Rest die scheinbare J. Z.
    
    
z. B.)    (Sonnen-) J.  =  2000
                                  1790
                   J. =   210
    
                    § 14.
    
Aus der scheinbaren Jahr-

zal die Exakte zu finden.
    
     1, Sobald die scheinbare Jahr-
    
      zahl über 70 gestiegen ist
    
      so dividirt dieselbe mit 70.
    
      Der Rest zeigt uns die Exakte
    
      und den Quotient der Peri-

      ode, z. B. im Jahr 219.
    
          70 / .J.   219 / 3
                              210
                                 9
    
      wird die Exakte 9 des 3tn Peri-
    
      ode seyn.
    
      eta: Geht die Division ohne

eta - verm. eine Abk.
für 'et cetera'

            
      Bruch auf, so ist 70 selbst die
    
      Exakte.

      2, So lang die Jahrzahl nicht über
         
      70 steigt, ist ihr die Exakte gleich.

                    § 15.

Aus der Exakten des den An-
   
fang des wahren Jahres zu (finden.)
    
    
      1, Subtrahirt von der Exakten 1.
    
      Den Rest multipliziert mit 15.

      und wenn das Produkt, weni-

      ger als R 65 ist, so zeigt es

      auch die Zahl der Tage an,

      wie viel ihr von dem An-

      fang des scheinbaren Jahres

      zurück zahlen müsst um

      das wahre zu finden.
    
      2, Zeigt aber das Produkt
    
      aus der Exakten minus 1 mit
    
      15 über 365. so dividirt mit
 
             
       365. und verfahret mit dem
    
      Rest, wie Nro 1, gelehret wur-
    
      den.

                    § 16.
Endlich aus der scheinbaren
  
    
Jahrzahl die wahre zu finden.
    
Der das wahren Jahr in
    
inder Periode von 70 schein-

baren um 3 von schreitet,
    
so dividirt die scheinbare

Jahreszahl mit 70. so habt ihr

die Periode. Diese multi-

plicirt mit 3. so zeigt auch

das Produkt an, wie viel
    
ihr zur scheinbaren Jahr
    
zahl addiren müset um

der wahren wenigstens
    
nahe zu kommen. Hinzu
    
addirt ihr noch 1, wenn der
 
            
Divisions Rest mehr als 1/3 tel

der Division beträgt, und 2,

wenn er über 2/3 tel steigt,

die Summe ist das wahre
    
sche Jahr. z. B. im (Sonnen-) Jahr
    
2000, oder im scheinbarenschen
    
Jahr 210.
    
             70 / 210 / 3
   
                 / 210 / 3
    
                    ---   9
    
                        210
    

    wahres= 219


     im Jahr   267


 
       70 / 267 / 3
               210 / 3
              - 57   9
                     267
                     276
                        2
                     278
 
                            § 17.    
Die Tage des . Jahrs werden    

genau nicht nach Wochen sondern

nach Triaden gezählt. (§1.) um

aber doch für ieden Tag, den

Wochen tag des (Sonnen-) Jahrs leicht

zu finden, so bedient man sich für

ieden derselben eines eigenen
    

Buchstaben, gerade so wie in

den gewöhnlichen Kalendern,
    

nur daß man statt den sieben
    

Buchstaben
   

      a, b, c, d, e, f, g

lieber und zweckmäsiger
   

       p, r, o, t, e, u, s

wählt.  Derjenige von die-
   

sen Buchstaben, der den ie-
    

weiligen Sontag bezeichnet
   
 
        heisset der sche Sontagsbuch-

staben.

(die Zahl der Buchstaben P. R. O.

T. E. U. S. macht es aus, daß man

sieben die heilige Zahl nennt, und in

der ganzen Welt die Woche auf

7 Tage rechnet, ob gleich die Pro-

fanen die Ursache nicht wissen,

ia nicht einmal die 7 Buchstaben

haben und also an derer statt

sich mit den bedeutungsslosen

7 Buchstaben a, b, c, d, e, f, g

notdürftig behelfen.)


                    § 18.

Es ist also für dieses 1 ste

Jahr:

die scheinbare Jahrzahl  1.

die wahre  -  -              1.
die Exakte des  - -  1.
    

 

 

 

 

 

 

profan: im 16. Jahrhundert gebildet aus lateinisch profanus: „ungeheiligt, gemein, ruchlos“, bezeichnet die Eigenschaft von Objekten oder Handlungen, nicht im Zusammenhang mit einem Kult zu stehen, keine rituelle oder religiöse Bedeutung zu tragen, nicht heilig (sakral) zu sein.

       
die (Sonnen-) Jahrzahl   1790/91

der Anfang des wah-
   ren Jahres der 1ste .
    

der Sontagsbuchst.           u.

                     § 19.
Übrigens ist es mit derschen 

Jahrzahl keines weges so zu

verstehen, als wenn vor der

Zeit kein Proteism(us) existirt

hätte. Vielmehr wird das
    
Gegentheil aus der Folge

klärlich erhellen. Nur war
    
diesche Aera vor Erich-
    
tung der neustenschen

Kongregation nie im Gang.
    
Man kann aber alle vorher-
    
gehenden Jahre nach schem
    
Zeitmas rückwärts bestimmen

durch: minus. So daß (Sonnenjahr) 1790

das sche Jahr - 1 ist.

u. s. w.
 
       
                     § 20.
             
Vorzügliche Tage
    
a unbewegliche.
    
      d. 1 sten Proteus: Neujahr.   Gedächtnis
    
            Tag der .Glaubenserfüllung
    
            Andreastag.
    
            Man proteisirt an diesem Tag
   
            Punsch.
   
   
      d. 1 sten Paramenides: Gedächtnistag des
            Philosophen Paramenides.
   
   
      d. 18 ten
W.    Wilhelmstag.
      d. 9 ten A. I.    Ewig Judentag.
   
            Man liset in friedlicher Ver-
   
            sammlung Schubarts ewigen
   
            Juden.
   

      d. 2 ten , Petrus tag
      d. 9 ten , Cyniculustag.
   
            Man walfahrtet an diesem Tag
   
            nach Basel u. wartet dem
   
            Cynikulus auf, doch wird
   
            nur der Schoeler die Tonne
   
            betretten.
   
   
      d. 1 sten   Adventus I, in fide
   
      d. 8 ten     Adventus II, in conhi-
                               storio.
 

Adventus (lat.)
= Ankunft, das Eintreffen

 

 

 

           
      d. 15 ten:  Adventus III, in confitio
                      intimo
   
   
      d. 22 sten  Adventus IV.  in manus
                   ministri Cacellariae.
   
   
      d. 27 sten  Adventus V   in manus
                   proteologorum
   
            eta  in wiefern dieser Tag
   
            zum Neuenjahr gehört, siehe
   
            zu Anfang dieses §.
   
   
     b, bewegliche
   
d. 1 sten . das wahre Neujahr 1.
d. 12 ten das wahre Neujahr 2.
   

 

       

= Proteus             

 

 

Proteus, der „Alte vom Meer“, ist ein früher Meeresgott der griechischen Mythologie.
Er ist auch der Gott der Verwandlung, der Gott des Nichts, da er Seiendes bzw. Etwas in Nichts verwandelt.

 
     
- / Proteus gesprochen mit 'eu'; - proteisiren gesprochen prote-isiren

- Hebel schreibt das y mit Pünktchen: ÿ (wie ä, ö, ü).

- hinter Kardinalzahlen steht oftmals ein Punkt.

- Konsonantenverdoppelungen werden mit Reduplikationsstrich, z. B. m = mm oder  n = nn geschrieben (manchmal hat Hebel den aber vergessen).

- bemerkenswert: schrieb Hebel lateinisch, verwendete er auch die Lateinische Schrift.
 
       

Transkription: © Hansjürg Baumgartner 2017

       

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  Obwohl sich die einzelnen Seiten vertikal in separaten Tabellenzellen befinden um den Effekt
 möglichst gering zu halten, fallen bei Mozilla-Browsern (z. B. Firefox) die Aufzählungen zu lang aus.
Offensichtlich verwenden diese für die HTML-Zeilenhöhe (trotz gleicher Schriftart und -größe) ein
 abweichendes Maß. Dies bedaure ich, kann es aber mit vertretbarem Aufwand nicht ändern.

 

 
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2. das "Lehrsystem des Proteus"

3. das "Verzeichnis der berühmtesten Proteologen älterer u neuerer Zeiten"

4. den "Anhang" zum Almanach des Proteus

das "Wörterbuch des Belchismus"

der Hymnus "Ekstase"

Der Hymnus "Ekstase" - Entwurf / 1. Fassung -

Der Proteuser-Bund - die Übersicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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