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" Carlsruhe ist nicht so schlimm als mans verschreit. " -                                
 

Texte und Bilder zu seinen 35 Jahren in Karlsruhe                                  

 
J. P. Hebel wurde am 2. November 1791 zum Subdiakon am Gymnasium illustre ernannt und hat die weiteren 35 Jahre - bis zu seinem Tod in Schwetzingen 1826 -  in Karlsruhe gearbeitet - und natürlich gewohnt. Jedoch scheint sich nur der Basler Hebelforscher Wilhelm Altwegg intensiver mit diesem Thema beschäftigt zu haben. In seinem Buch "Johann Peter Hebel" aus dem Jahr  1935 findet sich auf der Seite 265 bei den Nachweisen eine Liste der erstaunlichen Anzahl von 9 Wohnungen, die seinen Lebensweg und beruflichen wie gesellschaftlichen Aufstieg in Karlsruhe "begleitet" haben.
 

 

 


Die aufstrebende Markgräfliche Residenz, 1806 zur Großherzoglichen aufgestiegen, erlebte gerade zu Hebels Zeiten innerhalb des einzigartigen Stadtgrundrisses mit dem Schloss als Zentrum eine enorme Bautätigkeit, entworfen und geleitet vom Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner, einem wirklichen Glücksfall im deutschen Städtebau. Noch heute ist das Straßenraster fast unverändert vorhanden, wenn auch der 2. Weltkrieg, die Abrissbirnen der Nachkriegszeit und die Erfordernisse des Verkehrs ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen haben und viel alte Bausubstanz verloren ging. Luftangriffe, insbesondere der vom 2. zum 3. September 1942, zerstörten etwa 25% der Gebäude, darunter sehr viele historische Bauten der Innenstadt. So ist es nicht verwunderlich, dass von den Hebelschen Wohnungen, die alle in einem relativ eng begrenzten Bereich der Großherzoglichen Residenz lagen, praktisch nichts mehr übrig ist.

 

 

Lassen wir nun Wilhelm Altwegg zu Wort kommen:

"Zuerst die - genauer nicht mehr bekannte - des Amtsvorgängers Prof. E. L. Wolf; dann offenbar Zimmer im "Bären"; vom Frühjahr 1796 bis Frühjahr 1804 bei Hofrat Posselt und nachher Bankier Meerwein in der neuen Kronengasse - Genaueres auch nicht mehr feststellbar -, wo also die Al. Ged. entstanden sind; bis Oktober 1804, infolge des allgemeinen Wohnungsmangel, nur eine enge Notwohnung im Mittelgeschoß, dann bis Anfang 1808 wieder mehrere Zimmer im Erdgeschoß bei dem befreundeten Oberhofrat Schweickardt am Schloßplatz 7, Ecke Adlerstrasse; bis 1812 in der Amtswohnung im neuen Lyceum, dem schön profilierten Empirehaus rechts neben der von Weinbrenner erbauten evangelischen Stadtkirche; bis Juli 1822 in der neugebauten Amtswohnung hinter dem Gymnasium, jetzt Hebelstrasse 4, laut Eingabe vom 16. 3. 1813 zwei Zimmer davon abgetreten für die Lyceumsbibliothek (Personalakten); bis April 1826 bei Schulrat Ruf, Erbprinzenstraße 1 am Rondellplatz mit dem Blick auf das Markgräfliche Palais von Weinbrenner; vom 1. Mai 1826 bis zum Tode endlich bei Hofbaukontrolleur Meßmer, Erbprinzenstr. 27, an der Ecke der Bürgerstrasse."

 


Die Wohnungen und, soweit bekannt, ihre Örtlichkeiten:
 

  Nr. Zeit bis Quelle W. Altwegg (Nr. 1 - 9) Stadtplan 1822 Heutiger Stadtplan Bemerkungen zu der Zeit Hebels
  0 1771 bis 1774 Hofdiakon Preuschen unbekannt - als Schüler am Gymn. illustre
  1 1792 bis ? Subdiakon Prof. Ernst Ludwig Wolf unbekannt - -
 
 
2 ? bis März 1796 Bären
(Gasthof "Zum schwarzen Bären")
Lange Strasse 70, Ecke Bärengasse
(nördlich des Marktplatzes)
Kaiserstrasse 74, Ecke Karl-Friedrich-Strasse ein oder mehrere Zimmer im OG
(nicht mehr existierend)
  3  bis April/Mai 1804 Hofrat Posselt, Bankier Meerwein neue Kronengasse, Hausnr. unbek. Kronenstraße hier entstanden die All. Gedichte
  4  bis Oktober 1804 Oberhofrat Schweickart, Schloßplatz 7 Vorderer Zirkel 7, Ecke Adlergasse Schloßplatz 7, Ecke Adlerstraße Notwohnung im Mittelgeschoß
  5  bis 1808 Oberhofrat Schweickart, Schloßplatz 7 Vorderer Zirkel 7, Ecke Adlergasse Schloßplatz 7, Ecke Adlerstraße reguläre Wohnung im Erdgeschoß
  6  bis 1812 Amtswohnung neues Lyceum Schloßstrasse 13, Ecke Lyceumsgasse Karl-Friedrich-Straße 13, Ecke Hebelstr. Lyceum eröffnet 1804
  7  bis Juli 1822 neue Amtswohnung h. d. Gymnasium Lyceumsgasse 14 Hebelstraße 4, Ecke Pfarrer-Löw-Straße Ecke Seitengasse hinter der Kirche
  8  bis April 1826 Schulrat Ruf Erbprinzenstrasse 1, Ecke Rondellplatz Erbprinzenstrasse 1, Ecke Rondellplatz Adresse unverändert
 
 
9  bis Sept. 1826 Hofbaukontrolleur Meßmer,
Erbprinzenstr. 27, Ecke Bürgerstraße
Erbprinzenstr. 27,
Ecke Kleine Herrengasse
Erbprinzenstr. 27, Ecke Bürgerstraße Im Stadtplan 1850 ist Erbprinzenstr. 27
 jedoch an der Ecke Herrengasse
 



Weitere interessante Gebäude, die für Hebel von Bedeutung waren (Diverse Quellen):
 

  seit 1807 Neues Lyceum, rechter Flügel Schloßstrasse 13, Lyceumsgasse Karl-Friedrich-Straße 13, Hebelstr. heute Sozialgericht Krhe
 
 
seit 1807 Neues Lyceum, linker Flügel Schloßstrasse 9, Ecke Zähringer Str. Karl-Friedrich-Straße 9, Ecke Zähringer Str. heute "Weinbrennerhaus"
diverse Nutzungen
 
 
1724 bis 1807 Gymnasium illustre Lange Strasse,
Ecke Schloßstr. bis Ecke Kreuzgasse
Kaiserstraße, Ecke
Karl-Friedrich-Str. bis Ecke Kreuzstr.
nicht mehr existierend
 
 
  seit 1795 Drechslersches Caféhaus Vorderer Zirkel 8, Ecke Kronengasse Schloßplatz 8, Ecke Kronenstraße Zentrum des Charadenwesens bis
ca. 1815 , nicht mehr existierend
 
 
seit 1822 Ständehaus Rittergasse 12, (Ecke Ständehausstr.) Ritterstraße 12, Ecke Ständehausstr. Ständehausstr. 1822
noch ohne Str.-Namen
 
 
  ? bis 2008 Gasthaus zum Pfannestiel Durlacher Torstrasse,
geg. Einmündung Brunnengasse
Am Künstlerhaus Treffpunkt der Lesegesellschaft
1757 bis 1814
  seit 1814 Museum Lange Strasse 90, Ecke Rittergasse Kaiserstraße. 90, Ecke Ritterstraße nicht mehr existierend
 
 
1782 bis 1808 Komödienhaus (beim Ludwigs Tor) Linkenheimer Tor
Innerer Zirkel, Ecke Akademie Str.
Hans-Thoma-Straße 6  Gebäude der ersten Orangerie,
nicht mehr existierend
 
 
  1808 bis 1847 Neues Hoftheater Schloßplatz, (linker Flügel d. Schloßes) Schloßbezirk, (linker Flügel d. Schloßes) 1847 abgebrannt, heute
Ort des Bundesverfassungsgericht
    1807 bis 1832 Stephanienbad Beiertheim, (Carl Strasse nach Süden) Weiherfeldstraße heute die Paul-Gerhardt-Kirche
    1798 bis 1891 Synagoge Lange Strasse 34, Ecke Kronengasse Kaiserstraße, Ecke Kronenstraße nicht mehr existierend
   

Zum Stadtplan mit den farbig markierten Orten

Dokumentierbare Gebäude in Karlsruhe zur Zeit und mit Bedeutung für J. P. Hebel

Zu den historisch-perspektivischen Stadtansichten

Zum vergrößerten Situationsplan von Weinbrenner

 

 

Einblicke in die Stadtgeschichte, insbesondere im Zusammenhang mit dem o. a. Plan finden sich hier:

https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/stadtarchiv/blick-in-die-geschichte/ausgaben/blick-111/weinbrennerbauten

 

 

 
 
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Plan: Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XVI 142

 

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