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  15.

Lörrach -
Blick in
das unterste Wiesental



1812
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8. Blick in das unterste Wiesental. Sepiazeichnung von Samuel Birmann (1812).
Kupferstichkabinett Basel.

In dieser anmutigen Landschaft hat Hebel als Lörracher Präzeptoratsvikar die für den Menschen wie Dichter ausschlaggebenden Jahre verbracht. Sie zeigt die für ihn bedeutsamen Örtlichkeiten: das „ordelig Städtli" selbst, über dem Wehr die Ruine Rötteln, in deren Anblick die Mutter gestorben war, ganz links das „Kilchet" mit Kirche und Pfarrhaus von Rötteln (das heutige Röttler Chilft), wo später der Freund Hitzig mit seiner „Daube" sein Amt als Pfarrer ausübte, die von Hausen kommende Wiese *...* und im Hintergrund die letzten Wellen der so gerne erwanderten Schwarzwaldhöhen.
 
  *...*  Der Originaltext bei Altwegg und Harden-Rauch:
 "mit ihrem Wehr und die Brücke, die nach Weil zu den Freunden Günttert und Gustave Fecht führte"
führt hier leider etwas in die Irre:
Bei der ersten badischen Landaufnhme 1780 findet sich für Stetten kein Gemarkungsplan, da es seinerzeit noch eine vorderösterreichische exklave war. Deshalb lässt sich auch keine dortige Brücke verifizieren. Im gesamten badischen Wieseabschnitt aber war die Wiese in viele Arme aufgeteilt - so wie auch auf Stettener Gebiet und führte viel Geschiebe mit sich, welches bei Hochwasser immer wieder zu Überschwemmungen der Talaue und zu großen Schäden führte. Es erscheint daher unwahrscheinlich, dass es zu Hebels Zeiten in Stetten bereits einen Steg gab, denn die ersten groß angelegten Korrektionsarbeiten zur Flussbegradigung wurden erst zwischen 1806 und 1823 durch den badischen Wasserbaumeister Tulla entworfen und durchgeführt, nachdem Stetten zum nunmehrigen Großherzogtum gekommen war
Birmanns Zeichnung von 1812 zeigt daher die bereits korrigierte Situation und nicht diejenige aus Hebels Zeit in Lörrach.
   

Hebels Weg von Lörrach nach Weil, den er unzählige Male gegangen war, ist nicht so leicht zu rekonstruieren.
Da es in Lörrach nur eine Brücke über die Wiese gab, dürfte er, da kein direkter Weg über das "Käffer-Höltzle" (Käferhölzle)
 existierte, über Untertüllingen in Obertüllingen "gelandet sein". Von hier gibt es auf der Gemarkungskarte von 1780
keinen erkennbaren Weg hinüber in den Weiler Bann, die vermutlich beste Verbindung (sofern er nicht einen weiteren
 Umweg machen wollte - hier eine denkbare Alternative) war der markierte kurze Übergang, vielleicht ein Trampelpfad.
Der linke Punkt liegt schon auf einem Weg auf der Weiler Gemarkung.

Für die Strecke vom Pädagogium bis nach Obertüllingen gibt ein moderner Routenplaner eine Zeit von ca. 35 Min. an.
Rechnen wir für den Übergang zur Weiler Gemarkung ca. 5 Min. hinzu, plus die 25 Min. auf der Weiler Seite,
so dürfte Hebel den gesamten Weg - geübt und gewohnt wie er es war - in einer guten Stunde geschafft haben.

     

 

 

Kartenausschnitt aus der Gesamtkarte von 1780:
 https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Maps_of_Lörrach?uselang=de#/media/File:Gemarkung_Lörrach_1780.jpg


Erste badische Landesaufnahme. “Grund Riss der Stadt und Ober-Amts Sitzes Loerrach
nebst denen Bann Bezirck und angraentzenden Dörffer Ober und Nieder Thüllingen”.1780

Landesarchiv Baden-Württemberg. Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Loerrach_3
Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

 

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