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Hebel-Preis 2020 für Sibylle Berg |
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![]() Foto: Dominik Butzmann [CC BY-SA 2.0] Sibylle Berg ist eine deutsch-schweizerische Schriftstellerin und Dramatikerin. Sie schreibt Romane, Essays, Kurzprosa, Theaterstücke und Hörspiele und ist als Kolumnistin tätig. Sie wurde am 2. Juni 1962 in Weimar als Tochter eines Musikprofessors und einer Bibliothekarin geboren. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie fünf Jahre alt war. Bis zum Alter von zehn Jahren wohnte Berg aufgrund der Scheidung bei zwei Musikprofessoren. Von ihrem 10. bis zu ihrem 20. Lebensjahr lebte sie wieder bei ihrer Mutter. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung als Puppenspielerin. 1984 beantragte sie ihre Ausreise aus der DDR und verlor daraufhin ihren Arbeitsplatz am Naumburger Puppentheater. Nach drei Monaten wurde ihr Ausreiseantrag bewilligt, und sie konnte in die Bundesrepublik Deutschland übersiedeln. Im Anschluss starb ihre Mutter. Berg verließ Berlin für einen dreimonatigen Kurs in der Scuola Teatro Dimitri. Wieder nach Deutschland zurückgekehrt, lebte sie in Hamburg und studierte Ozeanografie und Politikwissenschaften. Daneben jobbte sie in verschiedenen Berufen (unter anderem als Gärtnerin, Putzfrau, Sekretärin, Vertreterin) und begann zu schreiben. Fortwährend arbeitete sie als Autorin für verschiedene Magazine. 1992 erlitt sie einen Autounfall; in der Folge musste ihr Gesicht mehrfach operiert werden. Im Jahr 1996 siedelte Berg in ihre Lieblingsstadt Zürich in die Schweiz um. Seit 2004 ist sie verheiratet und lebt mitunter in ihrer Zweitheimat Tel Aviv, wo sie ihren Mann kennengelernt hatte. 2012 erhielt sie die Schweizer Staatsbürgerschaft. Die Autorin Bergs erster Roman Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot erschien 1997 im Reclam-Verlag Leipzig, nachdem rund 50 andere Verleger abgesagt hatten. Er verkaufte sich über hunderttausend Mal. In der Folge veröffentlichte Berg zahlreiche Romane bei verschiedenen Verlagen. Zuletzt erschienen 2009 ihr Roman Der Mann schläft, 2012 Vielen Dank für das Leben, 2015 Der Tag, als meine Frau einen Mann fand und 2019 GRM. Brainfuck, mit dem sie ihren bisher größten Bestsellererfolg landete. 2020 veröffentlichte sie das Buch Nerds retten die Welt, in dem sie Interviews mit Wissenschaftlern und Experten veröffentlichte. Diese Interviews entstanden während den Vorbereitungen für ihr Buch GRM. Brainfuck. Die Dramatikerin Für die Uraufführungen ihrer Stücke arbeitet Berg bevorzugt über längere Perioden mit Regisseuren zusammen. Zuerst war dies Niklaus Helbling in Bochum, dessen Inszenierung von Helges Leben (2000) zum Theaterfestival Mülheim eingeladen wurde. Es folgten Schau, da geht die Sonne unter (2003, Bochum), Das wird schon! Nie mehr lieben (2004, Bochum) sowie Wünsch dir was (2006, Schauspielhaus Zürich). An der Inszenierung Von denen die überleben (2008) am Schauspielhaus Zürich beteiligten sich mit Beiträgen in Sprache, Bild und Ton die Künstler Gabríela Friðriksdóttir, Mathilde ter Heijne, Jon Pylypchuk, Jeremias Gotthelf und Erwin Koch. Die letzte gemeinsame Arbeit mit Niklas Helbling war Nur nachts (2010) am Wiener Burgtheater. Hasko Weber inszenierte in Stuttgart Missionen der Schönheit (2010), Hauptsache Arbeit! (2010) und gemeinsam mit Sibylle Berg Angst reist mit... (2013). Seit 2013 arbeitet Berg mit dem Regisseur Sebastian Nübling am Maxim Gorki Theater in Berlin zusammen. Die erste Produktion Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen (2013) wurde zum Stück des Jahres 2014 gewählt. Die Uraufführung von Und dann kam Mirna wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis als „beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2015" ausgezeichnet. Ihr Stück Wonderland Ave. wurde zu den Mülheimer Theatertagen 2019 eingeladen. Die Regisseurin Im März 2013 führte Berg erstmals Co-Regie bei der Uraufführung ihres Stückes Angst reist mit am Schauspiel Stuttgart (gemeinsam mit Hasko Weber). Im selben Jahr inszenierte sie am Haus der Berliner Festspiele die ganztägige Veranstaltung Ein Tag mit... Sibylle Berg. Die Uraufführung ihres Stückes How to sell a Murder House mit Caroline Peters und Marcus Kiepe fand im Oktober 2015 am Theater am Neumarkt Zürich statt. Weitere Projekte Berg schrieb Reisereportagen, Künstlerporträts und Glossen unter anderem für Marie Claire, Allegra, das Schweizer Magazin, die Zeit, die Neue Zürcher Zeitung und Die Presse. Seit Januar 2011 ist sie zudem als Kolumnistin für Spiegel Online tätig und schreibt in der bis März 2018 wöchentlichen, seitdem zweiwöchentlichen Rubrik S.P.O.N. – Fragen Sie Frau Sibylle. In einer regelmäßig erscheinenden Interview-Reihe spricht sie für das Schweizer Online-Magazin Republik mit «Nerds» resp. Fachexperten unterschiedlichster Disziplinen. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 sprach sie für die ZDFneo-Talkshow Schulz & Böhmermann selbst verfasste satirische Texte zur Vorstellung der Gäste vor Sendungsbeginn ein. Sie gehört zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. 2018 erarbeitete sie zusammen mit Simone Meier, Hedwig Richter, Margarete Stokowski und sieben weiteren Mitarbeiterinnen die Liste Diese Frauen müssen sie kennen, die sie im August in Spiegel Online und Watson.ch veröffentlichten. Der Bildungskanon umfasst 145 Frauen und drei Frauengruppen, unterteilt in Wissenschaft, Technik und Forschung, Theorie und Politik, Literatur sowie Kunst. Seit 2013 hat Berg einen Lehrauftrag an der Zürcher Hochschule der Künste im Bereich Dramaturgie. Sibylle Bergs Werke wurden in 34 Sprachen übersetzt, allein ihre Theaterstücke in 26 Sprachen.
Auszeichnungen 2000: Marburger Literaturpreis für Amerika 2006/07: Stipendium Landis & Gyr Stiftung 2008: Wolfgang-Koeppen-Preis 2012: Auszeichnung der Stadt Zürich 2014: Stück des Jahres der Zeitschrift Theater heute für Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen 2015: Friedrich-Luft-Preis für Und dann kam Mirna 2016: Hörspielpreis der Kriegsblinden für Und jetzt: Die Welt! 2016: Publikumspreis Stücke. Mülheimer Theatertage NRW für Und dann kam Mirna am Maxim Gorki Theater in Berlin 2016: Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2017: Auszeichnung der Stadt Zürich 2019: Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 2019: Thüringer Literaturpreis 2019: Anerkennungsbeitrag Literatur des Kantons Zürich 2019: Schweizer Buchpreis für GRM. Brainfuck 2019: Nestroy-Theaterpreises in der Kategorie Bestes Stück – Autorenpreis für Hass-Triptychon – Wege aus der Krise 2020: Schweizer Grand Prix Literatur 2020: Bertolt-Brecht-Preis 2020: Peter-Huchel-Preis 2020: Johann-Peter-Hebel-Preis
Werke Prosa: - Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot. Roman.
Reclam, Leipzig 1997; Reclam, Stuttgart 2015 Theaterstücke:
Hörspiele:
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