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An meine liebe Pathe W.
H.... (1811) |
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An
meine liebe Pathe
W. H....
Gib acht Mägdlein, und erschrick
nicht vor dem rheinländischen
Hausfreund. Den wen ich die
Larve von dir abziehe, - sieh
ich zieh sie ab - so steht dein
eigener Hausfreund u. Pathe
vor dir, der dir ein gol-
denes Büchlein schenkt, aber
das wahre Gold ist inwen-
dig, zwar mit viel Kup-
fer legirt, etwa 4 - karäthig.
Wen du nun bereits so
gut lesen kanst, als deine
Mutter der Spinnereÿ vor-
zu stehn, u. dein Pathe,
der Wahrheit zu Hülfe
zu komen weiß, wen sie
es braucht, so setze dich
from zu deiner Mutter, u.
lies ihr aus dem Büchlein
vor - das Papir wird dir
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die Augen nicht verblenden
dafür hat ein anderer ge-
sorgt, – und laß dich
von deiner Mutter belehren,
wie alles darauf abge-
sehen ist, dich und dein
Freundlein S.........
lustig u. from zu machen.
Ihr köntet mir einen gro-
sen Dienst damit erwei-
sen. – Zu seiner Zeit wirst
du auch deine iüngeren
Geschwisterlein daraus
unterrichten, du bist
alsdan die Priorin im
Clösterlein.
Der liebe Gott halte
es gut mit dir, und wick-
le dich in gute Tage und
viel Zuckerbrod ein.
Genehmige den Ausdruck
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meiner herzlichen Liebe
mit welcher ich all-
stets bin
Dein
treuer
Pathe
J. P. Hebel.
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Die oder der adressierte Pathe
ist nicht bekannt, bzw. nicht zu ermitteln. Das Ehepaar Haufe hatte fünf
Kinder:
- Karoline (Lina) * 21.2.1807 Straßburg, t 6.12.1881 Karlsruhe
- Adelheid * 17.7.1810 Straßburg, t 29.5.1884 Karlsruhe
- Luise * 29.5.1812 Straßburg, t 4.1.1899 Speyer
- Marie * 6.12.1814 Straßburg, t 25.4.1902 München
- Oswald * 1.7.1817 Straßburg, t 23.5.1903 Freiburg
- ein zweiter Sohn verstarb bereits im frühen Alter von 9 Monaten.
Bekannt ist, dass Karoline und eine ihrer Schwestern Pathenkinder von Hebel
waren,
aber die Erst-Initiale 'W' passt in keinem Fall, auch wenn die zweite 'H'
für Haufe stehen würde.
Möglicherweise handelt es sich aber auch nur um einen Entwurf, dem kein
tatsächlich geschriebener
und abgeschickter Brief folgte. |
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Quelle des Autographen:

Sammlung Robarts, University of Toronto, Canada
Identifier: werke00hebe
Identifier-arkark: 13960/t88g9z460
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Der Brief/Entwurf wurde als Faksimile den
bei Chr. Fr. Müller in Karlsruhe herausgegebenen zwei 3-bändigen
Gesamtausgaben der Werke aus den Jahren 1847 und 1853 beigegeben.
Seltsamerweise wurde dieser Text in späteren Werken nie mehr
berücksichtigt und wird hier zum ersten Mal seit ca. 170 Jahren wieder
veröffentlicht.
1843 wurden überformatige Faltblätter in den 1. Band eingefügt,
1853 dagegen waren es die oben wiedergegebenen Druckseiten im Format der
Buchausgabe. |
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