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 Zum Gedenken an Walter Arzet, 
Hebelplakettenträger des Jahres 2004
 

Mitten auf einer Rheininsel stand sein Geburtshaus. Umgeben vom Hochrhein zur Schweizer Seite und vom Altrhein zur deutschen Seite lag der „Auhof“, das Hofgut, das zur Gemeinde Dogern gehörte und das Walter Arzet viele Jahre  zusammen mit seiner Frau Adelheid bewirtschaftete. Das Wasser der beiden Rheinflüsse ist Walter Arzet immer stark in Erinnerung geblieben. Bootsfahrten mit seinen Eltern auf dem Altrhein, die Bootsfähre zur Schweiz und der Fischfang waren Bilder seiner Jugend.

Gewollt oder auch nicht kam Walter Arzet in späteren Jahren immer wieder mit dem Thema Wasser in Berührung - dann aber mit einer stärkeren Bindung und Bedeutung: Im Ruhestand wurde er zum „Wasserfachmann“ in und von Hausen. Zunächst folgte jedoch die Schule, der Krieg und der Beruf: Nach dem Besuch der Volksschule in Hausen ergänze Walter Arzet seine Bildung in der Kaufmännischen Berufsschule in Schopfheim. Im August 1941 wurde er zur Luftwaffe einberufen. Im französischen Soissons erhielt er eine Fachausbildung als Kraftfahrer. Der Krieg führte ihn später nach Griechenland und Italien. 1963 kam es zur Gründung der Arzet KG, eine Firma für Bauelemente. Walter Arzets Ausbildung als Panzerwart und Motorenschlosser wahrend des Krieges machte sich nun bezahlt. 

Neben seinem Beruf engagierte sich Walter Arzet stets auch für und in der Gemeinde. Walter Arzet war Gründungsmitglied des Hausener Turnvereins, dessen Vorsitz er zehn Jahre lang inne hatte. Ebenso gehörte der Verstorbene zu den Neubegründern des FC Hausen im Jahre 1921. Über 25 Jahre war er auch aktives Mitglied der Feuerwehr Hausen. 

Der Verstorbene war ein bemerkenswerter Kenner der Hausener Ortsgeschichte. Mit großem Interesse verfolgte Walter Arzet die Entwicklung des Heimatortes von Johann Peter Hebel und arbeitete seit vielen Jahren an einer Bilddokumentation über Hausen. Zusammen mit Hans Hug trug Walter Arzet alte Aufnahmen zusammen, nahm diese auf Dia auf und sortierte sie nach einem besonderen Verzeichnis. 

Mit dem Interesse für die (Orts-)Geschichte schloss sich schließlich der „Wasser- kreislauf“ in Walter Arzets Leben: Ein Satz in der Ortschronik von 1985 über die Flurnamen von Hausen war der Auslöser für das neue, alte Hobby, das Wasser. Er wollte einfach mehr wissen - wie es damals war mit dem Wasser und der Besiedelung von Hausen. In mühevoller Kleinarbeit war es ihm gelungen, eine wohlgeordnete Darstellung über „sein“ Spezialgebiet, dem Wasser und die Wasserläufe in Hausen zu fertigen und einem breiten Publikum in Buchform vorzulegen. 

Die Geschichte des Wassers in Verbindung mit dem Hausener Eisenwerk (1682 bis 1865) faszinierte Walter Arzet immer mehr, so dass er sich zum Bau eines Modells des Hausener Eisenwerks entschloss. Die Bedeutung und das Interesse waren so groß, dass auch das Fernsehen sich für die Arbeiten von Walter Arzet interessierte. In vielfacher Weise hat Walter Arzet mit dazu beigetragen, die Geschichte der Gemeinde Hausen verständlich zu machen und verschiedene Vorgänge ebenfalls in verständlicher Form einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.  

Noch im April konnte Walter Arzet zusammen mit seiner Frau Adelheid das Fest der Diamantenen Hochzeit feiern. Für sein vielseitiges Werk zur Beleuchtung der Ortsgeschichte verlieh im die Gemeinde Hausen im Wiesental beim diesjährigen Hebelabend die Johann Peter Hebel-Gedenkplakette.

Am 24. August, wenige Wochen nach seinem 83. Geburtstag, verstarb Walter Arzet nach langer und schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie.  Die Gemeinde Hausen im Wiesental darf sich glücklich schätzen, in Walter Arzet einen so engagierten Chronisten, Modellbauer und Forscher für die Ortsgeschichte gefunden zu haben. 

Elmar Vogt

     
 
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