zurück zur
Gedichtübersicht

Die Flucht

Es chunnt e Burst mit bluetigem Rock
 mit söllenem Schnufe und Schwitze
 in's Wirtshus z'laufe zuem goldene Bock,
 wo preußische Werber sitze:
 

«Her Werber, Her Werber, o rettet mi gschwind;
 verstoche hani mis Vaters Chind,
 mi Schätzli, das hani verstoche.»

«Und wenn du dein Schätzlein verstochen hast,
 ist alle sein Leiden vollendet.»
 «Her Werber, das bringt mer kei Rueih und kei Rast,
 im Böse bini verpfändet.
 I gehr jo kei Handgeld, o rettet mi gschwind,
 's chunnt hinter mer z'laufe wie Wetter und Wind,
 furt über Bahnstei und Gränze.

I ger ke Handgeld, Euch gib i no vier Taler, wenn der mi rettet.
O chömmet, o chömmet enanderno,
sust isch mi Lebe verwettet.»
Der Werber gürtet si Sebel a,
druf henkt er si Rauchtubaksblotere dra
und ladet sini Pistole.

Sie wandlen uf unvertrauter Bahn
's Land ab und alliwil abe.
Sie luegen enander bald freudig a:
«Jetz wäre mer überem Grabe.»
Dort stoht der Bahnstei im grasige Feld,
der Bursch lengt in d'Täschen und chnüslet im Geld:
 «Her Werber, vier bairische Taler.»

 

 

   
   

v