Die Briefe an Friedrich Wilhelm Hitzig
 

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Nach der Zahl der Briefe und nach der Spannweite der behandelten Gegenstände und Themen nimmt Friedrich Wilhelm Hitzig die erste Stelle ein. Hier spricht Hebel zum vertrautesten seiner Freunde. Rückhaltlos gewährt er ihm Einblick in sein Sinnen und Trachten, in seine Neigungen und Abneigungen. Wenn er sich an Hitzig wendet, hält er zugleich Zwiesprache mit seiner Oberländer Heimat, sonnt er sich in der Behaglichkeit oberländisch-pfarrhäuslichen Daseins, dessen Genuß ihm selbst zeitlebens versagt geblieben ist.


Friedrich Wilhelm Hitzig (1767-1849) im Alter. 
Stich von unbekannter Hand. Bildarchiv C. F. Müller, Karlsruhe.


Hitzig entstammt einer alten oberbadischen Pfarrerdynastie. Er wurde 1767 zu Bischoffingen am Kaiserstuhl geboren. 1771 erhielt sein Vater die Pfarrei Rötteln im Wiesental. Ab 1774 besuchte der junge Hitzig das Pädagogium im nahen Lörrach, 1782 wurde er Schüler am Karlsruher Gymnasium, 1785 bezog er die Universität Jena. 1787 bestand er, ein Zwanzigjähriger, das theologische Staatsexamen mit Auszeichnung. Die Freundschaft mit Hebel datiert aus den Lörracher Präzeptoratsjahren des Dichters, in denen Hitzig als Pfarrvikar seinem Vater in Rötteln zur Seite stand. Als Hebel 1791 nach Karlsruhe ging, wurde Hitzig sein Amtsnachfolger am Pädagogium in Lörrach.

1796 vermählte sich Hitzig mit seiner Base Sophie Wilhelmine Hitzig, der Tochter des Eimeldinger Pfarrers Georg Wilhelm Hitzig. Sie ist die „Daube" der Hebelbriefe. 1800 zog das Ehepaar in das Pfarrhaus von Rötteln ein. Zwölf Jahre wirkte Hitzig dort; sie waren die eigentliche Blütezeit des Briefwechsels mit dem Karlsruher Freunde. Danach wurde er Pfarrer und Dekan in Schopfheim, sodann in Auggen, zuletzt in Lörrach, wo er 1849 gestorben ist. Daß in Hebels letztem Lebensjahrzehnt der Briefwechsel sichtlich nachläßt, kommt daher, daß Hitzig von 1820 an einen Sitz als Abgeordneter des Kreises Schopfheim-Kandern im badischen Landtag innehatte und dadurch ein unmittelbarer persönlicher Gedankenaustausch möglich wurde.

 

     
 


 
  [ Base - hier Tochter des Bruders ]


Die Auswahl der o. a. Zitate orientiert sich an:

Johann Peter Hebel: Briefe; ausgewählt und eingeleitet von Wilhelm Zentner;
C. F. Müller, Karlsruhe & Langewiesche-Brandt, Ebenhausen bei München, 1976