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AN KARL AUGUST GYSSER

   

[Ende Dezember 1802]        

Grüß Gott, grueß Gott, Meister Gysser! Chömme mer au do z'seme? — Wo? werdet der froge? — Närsch, wo scho viel Gutschick z'semme cho sin, aß enander ihr Lebtig nie gseh hen, im Wuche-Blatt. Wo hen der echt gmeint?

Drum het mer die Nemtig im alte Maklott selig si große un eifältigi Antwort uf selli Frog im Wucheblättli zeigt. I ha nüt gseit. I ha denkt: Wart Chetzer, i will Der d' Eißen uf drucke. Derno bini heim gange und ha au so näumis druf g'chlabasteret. Der werdet gli merke, wenn's chunnt, welles aß vo mir isch. s'gscheitst. s'isch mer iez eithue, welles aß Der derfür halte went.

Ja, derno, woni im Maklott mi Arbet brocht ha, hani en au gfrogt, wer gfrogt heig. Derno het er gseit: Ich heig gfrogt. Derno hani gseit: Je, i mein's nit so! Wer selli Frog ins Wucheblättli g'chlabasteret heig? Derno het er gseit: Dir heiget sie dri g'chlabasteret. 's het mi gar grüseli gfreut, woni ghört ha, dir seigets, und i ha denkt, iez gangi enanderno heim und schribichs, aß ders au wüsset. Aber Der müent mi iust nit verrothe, der ander chönnt by Gott e Her sy. Der Maklott het gseit, woni en gfrogt ha, i müeß nit alle Dreck wisse. I ha gseit: Dreck nimmt mi nit Wunder, Her Maklott!

Meister Gysser, i ha scho mengmol denkt, wenni dra denk, mer müen doch wenig z' thüen ha, aß mer is mit so Sache verthörle chönne.

I nschich au e glückselig neu Johr und der heilig Geist!
Blibet frei gsund und werdet recht feist
Und wenn näumis z' theile git, se nehmet 's meist!
 

Me cha allerley Gspäßli mache. I ha ne mol eim, wo's nit het lide chönne, wenn näume näumis uff ere Bank glegen isch, e gut Neu Ohr gwünscht, wil me ne Theil Lüten eis abhaut, eb me sie laufe loßt. Er hets nit gmerkt.

Jez bhütich Gott der Her, und zürnet emmel nüt, wenni eui Meinig nit troffe ha. I mein allmig, i chönn nümmen ufhöre, wenn i e mol mitich agfange ha.

Der chennet mi scho!                    

 

 

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