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Als in den fünfziger
Jahren des letzten Jahrhunderts das Recht zur Vergabe des Hebelpreises
an das neugebildete Land Baden‑Württemberg übergegangen war und das
Nominierungsverfahren an den Literaturfakultäten der Universitäten in
Basel, Freiburg und Straßburg durchgeführt wurde, verlor diese
Verleihung den volkstümlichen Charakter. Es tauchten Namen von
Preisträgern auf, die die Hausener Bevölkerung vorher nie gehört hatte.
Als zum 200. Geburtstag des großen Dichters der Hausener Hebelabend
eingeführt wurde, dachte man sofort daran, an diesem Abend Menschen der
Region zu ehren, die hier sichtbar im Sinne Hebels wirkten. Die
Johann‑Peter‑Hebel-Gedenkplakette wurde geschaffen und seitdem ist der
Hebelabend, der immer am Samstag vor dem Hebelfest begangen wird, in die
Tradition gewachsen ‑ er gehört mit der Plakettevergabe nun zum Hebelfest.
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Wenn der Abend heranrückt, ist man in Hausen auf den Beinen, um zu
sehen, wer dieses Mal die Plakette bekommt, zumal der Name des Geehrten
bis zur letzten Sekunde geheim gehalten wird. Bürgermeister Martin
Bühler war es vorbehalten, den Schleier der Geheimhaltung über den
diesjährigen Plakettenträger zu lüften: Die
Johann‑Peter‑Hebel‑Gedenkplakette erhielt am Hebelabend der Hausener
Walter Arzet, Mitglied der "Alten Mannen". Bühler würdigte bei der
Überreichung das Wirken Arzets in der Gemeinde, vor allem bei der
Erforschung der Geschichte des Eisenwerkes Hausen und bei der
Erforschung der alten Wasserläufe, vor allem des ersten Dorfwuhrs, das
zwischen Hausen und Zell von den Ahnen aus der Wiese abgeleitet wurde
sowie bei der Erforschung der alten Verteidigungsschanzen, die zur Zeit
des Türkenlouis gegen Einfälle der Franzosen angelegt wurden.
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Bernhard Greiner hatte zur Dokumentation dieser Arbeiten einen Film
geschaffen, der demonstrierte, wie Arzet in langer Bastelarbeit das
Hausener Eisenwerk in Kleinformat baute. Dieses Modell kann
heute im Heimatmuseum Görwihl besichtigt werden. Der Film zeigte
ebenfalls
das von Arzet und seiner Enkelin geschaffene Kartenmaterial über das
alte Wuhr, das zur Bewässerung, als Viehtränke, als Waschplatz und zur
Trinkwasserversorgung diente. Zum dritten zeigte er die Plätze
im Wald in der Nähe des Maibergpasses, wo die Dorfbewohner in alter Zeit
unter Anleitung der Obrigkeit Schanzwälle anlegten. Die Erforschung
dieser Verteidigungslinie in der Umgebung des Dorfes erfolgte in
Zusammenarbeit mit den "Minifossis"
der Hauptschule Schopfheim.
In seiner Laudatio ging Professor Dr. Klaus Schubring aus Hausen vor
allem auf die Beziehungen ein, die sich in Arzets Schaffen zum Wirken
und zur Dichtung Hebels ableiten lassen und die die Preisverleihung
rechtfertigen. Insbesondere die Begegnung Hebels mit dem Eisenwerk Hausen,
in dem er selbst Hand anlegte und über das er in seinem Gedicht "Der
Schmelzofen" berichtet zeigt, dass das Schaffen Arzets ganz im Sinne
Hebels erfolgte.
Mit einfachen, aber bewegten Worten dankte Walter Arzet nach der
Laudatio für die ihm zuteil gewordene Ehre.
Nachtrag:
Am 24.
August, wenige Wochen nach seinem 83. Geburtstag,
verstarb Walter Arzet
nach langer und schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie. Die
Gemeinde Hausen im Wiesental darf sich glücklich schätzen, in Walter
Arzet einen so engagierten Chronisten, Modellbauer und Forscher für die
Ortsgeschichte gefunden zu haben.
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