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Theokrit's XV. Idyll: |
Dieses Idyll ist ein kleines mimisches Drama (in 1 Akte und 3 Scenen); der Hauptgegenstand desselben ist die „Adonis-Feier“ (unserem Christkind-Fest im äusseren Arrangement sehr ähnlich); jedoch soll zugleich das Königshaus der Ptolemäer wegen seiner Verdienste um Aegypten dadurch verherrlicht werden.* |
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Gorgo, Eunoa, Praxinoa, eine alte Frau,
ein Fremder. (I. Scene. Im Hause.) |
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Gorgo: |
Ist Praxinoa
drinnen? |
Die handelnden Hauptpersonen sind zwei
befreundete (bürgerliche) Frauen aus Syrakus, welche zur Zeit ihren
Wohnsitz in Alexandrien haben. Die Eine besucht die Andere, um sie zum
Adonis-Fest im königlichen Palast abzuholen. Ehe sie das Haus verlassen,
wird mit sehr naiver und liebenswürdiger Geschwätzigkeit Allerlei,
darunter das Hauswesen, Putz und Mode, sodann die bevorstehende
Adonis-Feier besprochen, ganz besonders aber — wie dies auch heutzutage
bei solchen Visiten manchmal vorkommen dürfte — die Unfreundlichkeit,
Taktlosigkeit und Geldverschleuderung ihrer Ehemänner in sehr
drastischer, sehr naiver und wahrhaft reizender Weise verhandelt und
bespöttelt, jedoch unbeschadet der souveränen Oberherrschaft derselben. In dieser Scene feiert unser Dichter, tiefe Lebenskunde, wie launige Darstellung betreffend, seinen schönsten Sieg! Die Charaktere sind durchweg prächtig gehalten.* * Erläuterungen verm. von F. Weissgerber, nicht von Hebel. Theokritos (altgriechisch Θεόκριτος, deutsch Theokrit; um 270 v. Chr.) war ein antiker griechischer Dichter. Er war der Schöpfer und Hauptvertreter der bukolischen Poesie der Griechen. Die Bukolische Dichtung (von griechisch βουκόλος deutsch ‚Rinderhirte‘) bedeutet „Dichtung, die sich auf das Leben der Rinderhirten oder, im allgemeineren Sinne, auf Hirten aller Art bezieht“. Theokrit stammte höchstwahrscheinlich aus Syrakus. Er scheint einen Teil seines Lebens in der östlichen Ägäis verbracht zu haben; erkennbar ist ein besonderer Bezug zu Kos. Sein Gönner waren Hieron II. von Syrakus (Idylle XVI) und der ägyptische König Ptolemaios II. (Idylle XVII). Unter Theokrits Namen sind außer einer Anzahl von Epigrammen 32 größere Gedichte überliefert, sogenannte Idylle (Eidyllia). Sie haben meist eine dramatische Form und sind teils künstlerische Nachahmungen des Wechselgesangs der sizilischen Hirten, teils stellen sie Szenen des Alltagslebens dar, während andere mythologische Erzählungen enthalten, noch andere rein lyrischer Natur sind. Bei ihrer Schöpfung stand Theokrit vor allem unter Einfluss des Mimus, einer vielfältigen und populären Form des antiken Theaters. Mimen sind kleine Possenspiele bzw. deren literarische Umsetzung, in welchen das Alltagsleben parodiert wird. |
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(II. Scene. Auf der Strasse.) |
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Praxinoa: |
O
Götter, welch' ein Schwarm, wie und wann soll man |
Adonis = In der griechischen Mythologie
ist Adonis das Sinnbild der Schönheit und der Vegetation und einer der
Geliebten der Aphrodite Er wird als wunderschöner Jüngling beschrieben. Ptolemäus = Ptolemaios I. Soter (* 367/66 v. Chr. in ; † 283/82 v. Chr. in Alexandria) war einer der Generäle Alexanders des Großen und dessen Freund sowie später einer der Diadochen und Begründer der hellenistischen Ptolemäerdynastie in Ägypten. Achäer = Als Achaier oder Achäer (griechisch Achaioí) im engen Sinne wurde im antiken Griechenland die Bevölkerung der Landschaft Achaia im Nordwesten der Peloponnes bezeichnet. Einwohner Achaias gründeten auch einige Kolonien in Unteritalien und auf Zypern In Homers Epen dagegen steht die Bezeichnung Achäer, neben Danaer und Argiver, allgemein für die Griechen, die gegen Troja kämpften. Acheron = In der griechischen Mythologie ist er einer der fünf Flüsse der Unterwelt, in den die anderen, Styx, Kokytos, Phlegethon und Lethe einmünden. Er gilt – neben der Styx – als Totenfluss, über den Charon mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades bringt. Gelegentlich wird Acheron auch als Synonym für den Hades selbst benutzt. An seiner Mündung stand der Sage nach ein Totenorakel. Ambrosia = „Speise der Götter“ kommt in der Ilias und in der Odyssee von Homer als unsterblich machende Speise der Götter vor. Den gewöhnlichen Menschen wird sie vorenthalten, wie man aus der Kalypso-Episode der Odyssee ersehen kann. Korinth = Eine antike griechische Stadt beim Isthmus von Korinth, also der Landenge, welche die Peloponnes und das griechische Festland verbindet. Der große Tempel auf seiner Akropolis (Akrokorinth) war der Aphrodite gewidmet. Korinth war einer der wichtigsten Orte des Aphroditekults. Laut einigen Quellen gab es beim Tempel der Aphrodite mehr als eintausend Tempeldienerinnen. Bellerophon = ist ein Held der griechischen Mythologie. Mit Hilfe des fliegenden Pferdes Pegasos tötete er die Chimära. Die Sage von Bellerophon wird bereits von Homer in der Ilias ausführlich geschildert. Argiverin = Argiverin Timonassa, in 2. Ehe Gattin des Peisistratos. Sperchis = Bulis und Sperchis aus Sparta begaben sich als Freiwillige zu Xerxes, dem König der Perser, um die Genugtuung zu leisten, die Sparta laut einem Orakelspruch schuldete, da das Volk die Boten getötet hatte, die der Perser zu ihnen gesandt hatte. Sie traten vor Xerxes und baten ihn, sie auf jede ihm beliebige Weise als Sühne für den Tod der Boten zu töten. |
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(III. Scene. Im
königlichen Schlosse.) |
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Gorgo: |
Praxinoa, da
geh' her; schau' die mannichfaltigen
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Cypris = ein poetischer Name für die
Göttin Aphrodite. Athene = ist eine Göttin der griechischen Mythologie. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Künste, des Handwerks und der Handarbeit sowie Schutzgöttin und Namensgeberin der griechischen Stadt Athen. Sie gehört zu den zwölf olympischen Gottheiten. Golgos = Sohn von Adonis und Aphrodite, Gründer der Stadt Golgoi auf Zypern. Idalion = In Idalion auf Zypern wurden besonders Aphrodite Idalia und ihr Geliebter Adonis verehrt. Nach der antiken Mythologie wurde Adonis in der Gegend von Idalion von einem Eber getötet, der von dem eifersüchtigen Ares geschickt worden war. Aus dem Blut des Getöteten wuchs das Adonisröschen hervor. Eryx = Er war ein Sohn der Liebesgöttin Aphrodite und des Argonauten Butes und herrschte im Westen Siziliens. Berenike = * um 340 v. Chr.; † vor 268 v. Chr., war eine adlige Makedonin, die in zweiter Ehe den Diadochen und späteren ägyptischen König Ptolemaios I. heiratete, von dem sie Mutter der Arsinoë II. und des Ptolemaios II. wurde. Arsinoa = Arsinoë II. Philadelphos, * um 316 v. Chr.; † Juli 270 oder Juli 268 v. Chr. gilt als die erste bedeutende weibliche Persönlichkeit der in Ägypten herrschenden Dynastie der Ptolemäer. Bekannt war Arsinoë II. vor allem durch ihre dritte Ehe mit ihrem Vollbruder Ptolemaios II. (Geschwisterehe). Noch zu ihren Lebzeiten ließ ihr Ptolemaios II. einen göttlichen Status zuerkennen und stiftete nach ihrem Tod zu ihrer Verehrung einen in ganz Ägypten und im östlichen Mittelmeerraum bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. zelebrierten Arsinoë-Kult. Agamemnon = Er ist in der griechischen Mythologie der Anführer der Griechen im Trojanischen Krieg und nach den meisten erhaltenen Varianten des Mythos Herrscher von Mykene Ajax = Aias der Telamonier, auch Ajax der Große genannt, ist einer der griechischen Haupthelden des Trojanischen Krieges. Hektor = ein Prinz von Troja. Er ist der wichtigste Held und Heerführer Trojas im Trojanischen Krieg. Hekabe = Sie war der griechischen Mythologie zufolge eine Tochter des phrygischen Königs Dymas oder des Kisseus oder des Sangarios und der Metope und die Gattin des Priamos und die letzte Königin von Troja. Patroklos = einer der griechischen Kämpfer vor Troja, Sohn des Menoitios und der Sthenele, der Freund und Waffengefährte des Achilleus. Pyrrhus = Pyrrhos I., * ca. 319/18 v. Chr.; † 272 v. Chr. in Argos, war ein antiker griechischer König. Vor dem historischen Hintergrund der Diadochenkriege war er in der Generation nach Alexander dem Großen einer der führenden Kriegsherren der frühhellenistischen Ära. Bekannt wurde er vor allem durch den nach ihm benannten Pyrrhischen Krieg gegen die junge Römische Republik. Trotz seiner letztendlichen Niederlage in diesem Krieg blieb im Gedenken sein militärisches Können in höchstem Ansehen. Der Begriff „Pyrrhussieg“ für einen zu teuer erkauften Erfolg leitet sich von seinem Namen ab. Lapithen = ein sagenhaftes Volk, das der griechischen Mythologie zufolge im antiken Griechenland gelebt haben soll. Denkalionen* = Die von Deukalion, dem Sohn des Prometheus („Vorausdenkender“) und der Pronoia („Vorsorge“). abstammende Familie. * verm. ein Schreibfehler. Pelopiden = Mit Pelopiden oder Tantaliden bzw. auch Atriden bezeichnet man in der griechischen Mythologie die Familie des Tantalos (bzw. Pelops oder auch Atreus), zu der etwa Agamemnon, Iphigenie und Orestes gehören. Pelasgern = In der Antike die Bezeichnung für eine der ältesten Bevölkerungen Griechenlands. Argos = eine wichtige Stadt der griechischen Mythologie. Ursprünglich soll Argos Phoronikon geheißen haben, nach Phoroneus, dem Großvater des Argos und mythischen Gründer der ersten Handelskolonie auf der Peloponnes |
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Laut der Quellenangabe der Bayrischen
Staatsbibliothek München, die diese Schrift besitzt, stammt die o. a.
Übersetzung des altgriechischen Textes von Hebel und ist - bis 1858 - eine
ungedruckte Arbeit von ihm. Zu Zeit und Grund für diese Arbeit gibt es
aber keine weiteren Hinweise. Dieser Text der Idylle von Hebel,
unterscheidet sich jedoch erheblich von einer modernen Fassung, Der Punkt 2. - Ebendesselben... - bezieht sich auf eine Übersetzung von F. Weissgerber, der Text wird daher hier nicht berücksichtigt. |
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