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Straßburg. Das Münster von Westen.
Bleistiftzeichnung von K. Gruber,
Städt. Sammlungen Freiburg i. Br.

  29.

Blick auf Straßburg

Stich von Benjamin Zix

1805
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29. Blick auf Straßburg, Stich von Benjamin Zix, 1805
Strasbourg, Cabinet des Estampes et des Dessins

Hebel weilte gern im Elsaß, er kam oft nach Straßburg, wo er sich sehr wohl fühlte, zumal ihn die Stadt stark an Basel erinnerte - das "herrliche gotische Münster", das er als den "Kleinen Belchen", bzw. als "den Belchen aller Kirchtürme" bezeichnete, zog ihn immer wieder an.

Zu seinen Straßburger Freunden zählte auch Benjamin Zix, der ihm die "Kupfer" für die Alemannischen Gedichte gestochen hatte.
 
     
 
   
Diese Karte weist keine Datierung auf, aus einigen Details kann man jedoch den Schluss ziehen, dass sie tatsächlich aus der Zeit stammt, in der Hebel des Öfteren in Straßburg einerseits zu Besuch war, andererseits aber auch geschäftliche Dinge zu erledigen hatte.

Der von den beiden Armen der Ill umschlossene Stadtkern mit dem Münster (Nr. 1) ist "Groß-Straßburg", das Gebiet östlich und südlich des rechten Armes (Douane = Zoll) wurde zumindest von Hebel als "Klein-Straßburg" bezeichnet.

In früheren Karten heißen dort der Platz Nr. 58 Metzgerplatz und das dabei liegende Tor Metzgertor. Hier heißen sie Place d'Austerlitz und Porte D'Austerlitz, was auf eine Umbenennung zur Zeit Napoelons - ergo auch zur Zeit Hebels - schließen lässt. Auf späteren Karten - nach 1815, ev. auch erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 - heißen sie wieder Metzgerplatz und Metzgertor.

Die Familie Haufe scheint, wenn man Hebels Brief von 1804 folgt, zunächst in der Rue du vieux Marché aux Vins No. 2 (Karte Nr. 65, links Mitte, sie beginnt an dem Platz bei der 65) gewohnt zu haben, ist jedoch noch vor 1805 in die Rue du vieux Marché aux Poissons Nr. 116 (die 2. Parallelstraße unterhalb des Münster) umgezogen (nimmt man die heutige Nummerierungsrichtung, müsste es bei der Nr. 5, dem Place Gutenberg gewesen sein), wo sie auch bei Hebels Tod noch wohnte.

Die Familie Schneegans wohnte in Klein-Straßburg, hinter den Mauern (hinter der Ill = Zollschranke?) im Waisengraben. Auf späteren Karten ist es die Waisengasse und geht vom östlichen Rand des Place d'Austerlitz an den Casernes (der Kaserne) vorbei in nördliche Richtung beis zu dem kleinen Kanal, der die Ill mit dem Militärhospital (Nr. 25) verbindet. Dies wird auch belegt durch die Angabe "bei dem Gasthof Zur Stadt Wien" - dies war zu Hebels Zeit ein beliebtes und gut besuchtes Gasthaus am Place d'Austerlitz. Die genaue Adresse bzw. Lage in der Strasse ist nicht bekannt, ev. in der kleinteiligen Bebauung am oberen Ende, dafür spräche Hebels Angabe "hinter dem Hofthor links".

Vor dem Austerlitzer Thor lag 'Baldners Garten', der ein Lieblingsspazierplatz der Straßburger Bürger war: "Da ging man denn hin, die fröhliche Kinderwelt, Hebel mit dem Pfeifchen im Mund an der Spitze." Dort spielt auch die Kalendergeschichte "Der falsche Edelstein", der "Gevattermann Goldschmied", der darin vorkommt, ist Christof Gottfried Haufe - cum uxore = zusammen mit seiner Frau.

Ein weiterer beliebter Ort für Spaziergänge war 'Christians Garten' in der Ruprechtsau (heute La Robertsau), etwas nordöstlich von Straßburg gelegen und durch die Porte des Pecheurs zu erreichen.

In Mittelhausbergen, ca. 6 km nordwestlich von Straßburg gelegen und durch die Porte de Pierres zu erreichen, hatten die alten Straßburger ihre Landhäuser und Reben. Auch die Familie Schneegans besaß dort beides - und Hebel zog des Öfteren mit der Familie dort hin.
 

 

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