zurück   Der Ursprung: Hebels Quelle für sein  Ein Wort gibt das andere

 

 

 

 

 

16.

 Die vorbereiteten schlimmen Nach-
 richten.

 Ein junger Edelmann, bekam auf der Uni-
 versität durch einen alten Knecht seines Va-
 ters einen Gruß von Hause. Nun wie steht es
denn? fragte der junge Herr; ist nichts neues bei
 uns vorgefallen? Nein!  Gar nichts!  Nein!
 aber unser Rabe ist todt.  So!  Nun die Neuig-
  keit geht noch mit. Aber wovon ist er gestor-

 

 

       

O wie konnte das bei dem vielen Aasfres-
 sen anders sein? Aas hat er gefressen? Was für
Aa? Je nun, von den vier Kutschpferden.
 Sind die todt?  Was hat ihnen den gefehlt?
 Nichts; aber von dem vielen Wasserschleppen
 musten sie wol sterben. Sind sie denn zum Was-
 serfahren gebraucht worden? Sonst nicht, außer an dem Tage, da das Schloß abbrannte. Meines
 Vaters Schloß sagst du, ist abgebrannt? Durch
 was für ein Ungluck? O! wenn sie mit den vielen
Fackeln nicht so unvorsichtig umgegangen wä-
 ren, so würde es nicht geschehen sein. Und wo
 kamen denn die vielen Fackeln her? Ja die Fak-
 keln wurden bei Ihrer gnädigen Mama Lei-
 chenbegängnisse gebraucht. Meine Mutter todt
 und begraben, ohne daß ich ein Wort von ihrer
 Krankheit gewußt habe! das ist unbegreiflich.
 So unbegreiflich nicht; denn sie ist nicht an ei-
 ner Krankheit sondern vor Aergerniß gestorben.
 Aber worüber hat sie sich denn so erschrecklich är-
 gern können? Je nun! Sie mußte wol. Wenn
 Ihre Tochter ein Hurkind bekäme, würden Sie
 sich nicht auch ärgern?