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Teures Späßlein
(1811)
Man muß mit Wirten keinen Spaß und Mutwillen treiben, sonst kommt man
unversehens an den Unrechten. Einer in Basel will ein Glas Bier trinken,
das Bier war sauer, zog ihm den Mund zusammen, daß ihm die Ohren bis auf
die Backen hervorkamen. Um es auf eine witzige Art an den Tag zu legen
und den Wirt vor den Gästen lächerlich zu machen, sagte er nicht, „das
Bier ist sauer", sondern „Frau Wirtin", sagte er, „könnt ich nicht ein
wenig Salat und Öl zu meinem Bier haben?" Die Wirtin sagte: „In Basel
kann man für Geld alles haben", strickte aber noch ein wenig fort, als
wenn sie's wenig achtete, denn sie war eben am Zwickel. Nach einigen
Minuten, als unterdessen die Gäste miteinander diskurierten, und einer
sagte: „Habt Ihr gestern das Kamel auch gesehen und den Affen?" ein
anderer sagte: „Es ist kein Kamel, es ist ein Trampeltier"; sagte die
Wirtin „mit Erlaubnis" und deckte eine schneeweiße Serviette vom
feinsten Gebilde auf den Tisch. Jeder glaubte, der andere habe ein Bratwürstlein bestellt, oder etwas, und „es ist doch ein Kamel", sagte
ein dritter, „denn es ist weiß, die Trampeltiere sind braun."
Unterdessen kam die Wirtin wieder mit einem Teller voll zarter Kukümmerlein aus dem markgräfischen Garten, aus dem Treibhaus, fein
geschnitten, wie Postpapier, und mit dem kostbarsten genuesischen Baumöl
angemacht, und sagte zu dem Gast mit spöttischem Lächeln: „Ist's
gefällig?"
Also lachten die andern nicht mehr den Wirt aus, sondern
den Gast, und wer wohl oder übel seinen Spaß mit zehn Batzen, fünf
Rappen Basler Währung bezahlen mußte, war er.
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