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Als Textgrundlage diente für das „Schatzkästlein"
die zweite Auflage von 1818,
die Wort für Wort mit der Erstausgabe von
1811 sowie, soweit zugänglich,
mit den Kalenderfassungen verglichen wurde;
für die übrigen Erzählungen waren
die Kalenderfassungen Textgrundlage. Für
die nachgelassenen Erzählungen dienten
die Erstdrucke Längins als
Vorlage. In vielen Fällen wurde die Behaghelsche Ausgabe zum
Vergleich herangezogen, da sie von allen diejenige ist, die dem
Originalwortlaut am nächsten kommt.
Der Umstand, daß sich die Abfassungszeit der Erzählungen über einen
relativ großen Zeitraum erstreckt (1803-1819), bringt es mit sich, daß
zahlreiche Inkonsequenzen hinsichtlich Schreibung und Interpunktion
auftreten. Auch ist zu bedenken, daß die Setzer der Kalendergeschichten z.
T. recht nachlässig verfahren sind, was Hebel auf seine humorvolle Weise
kommentiert. Offensichtliche Druckfehler wurden stillschweigend verbessert
(es handelt sich dabei fast ausnahmslos um einzelne falsche oder fehlende
Buchstaben).
Im Übrigen aber wurde der Wortlaut Hebels in allen Eigenheiten gewahrt.
Das gilt sowohl für den Lautstand als auch für heute ungebräuchliche
Flexionsformen oder Abweichungen hinsichtlich des grammatischen
Geschlechts. Die Orthographie wurde daher nur so weit modernisiert, als
sie den Wortlaut nicht berührt.
Beibehalten wurde auch — und zwar so weit wie irgend möglich — die alte
Interpunktion, da es hier besonders den Sprachrhythmus des
Kalendererzählers zu wahren galt. Im Gegensatz zur heutigen
logisch-funktionellen Interpunktion war die Interpunktion der Goethezeit
ein Mittel, Sinnes- und Sprechabschnitte zu kennzeichnen. So sind auch bei
Hebel notwendige Relativsätze, Infinitivsätze und andere kurze Nebensätze
nicht durch Komma abgetrennt, während andererseits zwischen Nebensätzen,
die durch „und" oder „oder" verbunden sind, das Komma steht; ebenso
befindet sich Hebel in Übereinstimmung mit den Gepflogenheiten seiner
Zeit, wo er nach dem letzten Glied einer Aufzählung ein Komma setzt. Es
soll jedoch nicht verschwiegen werden, daß gerade hinsichtlich der
Zeichensetzung mancherlei Inkonsequenzen zu beobachten sind, die in vielen
Fällen auf die Setzer zurückgehen dürften. Ein vereinheitlichendes
Eingreifen in die Originalinterpunktion muß aber stets problematisch
bleiben. Es schien daher ratsam, lediglich dort zu modernisieren, wo es
sich in erster Linie um typographische Änderungen handelt, von denen der
Rhythmus nicht betroffen wird: z. B. Ersetzung eines Kommas oder eines
Fragezeichens durch Doppelpunkt vor direkter Rede, durchgängiges Setzen
von Anführungszeichen etc.
aus: Johann Peter Hebel, "Poetische Werke"; Winkler Verlag
München, Ausgabe 1961 |