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Des
neuen Jahres Morgengruß
Der
Morge will und will nit cho,
und woni los, schloft alles no;
i weck sie nit, so lang i cha,
i lueg e wengeli d'Gegnig a.
Zeig, Wülkli, mach iez keini Streich!
Der Mond schint ohni das so bleich.
Kei
Blüemli roth, kei Blüemli wiiß!
An alli Bäume nüt als Ris!
Um alli Brunntrög
Strau und Strau,
vor Chellerthür und Stallthür au.
Mi Vetter hets drum sölli
g'macht,
und lauft iez furt in dunkler Nacht.
Das
Ding das mueß mer anderst cho!
I bi der Ma, und's blibt nit so.
Die
Gärte müen mer g'süfert si,
Aurikeli und Zinkli dri,
und
neui Blüthen alli Tag,
was
Hurst und Nast vertrage mag.
Es
rüehrt si nüt. Sie schlofe no. -
Nei lueg, es sizt e Späzli do,
du arme Tropf bisch übel dra,
was gilts, er het e Wibli g'ha?
und druf isch Noth und Mangel
cho,
sie hen si müeße scheide lo.
Jez
het er e bitrübti Sach,
kei Frau, kei Brod, kei Dach und Fach,
und stoht er uf, so
spoth er mag,
se seit em niemes gute Tag;
und niemes schnidt em d'Suppen i.
Wart, Bürstli, dir muß g'hulfe sy.
Es
rüehrt si nüt. Sie schlofe no. -
Ne gattig Chilchli hen sie do,
so sufer,
wie in menger Stadt,
's isch Sechsi uffem Zifferblatt.
Der Morge chunnt. By
miner Treu,
es friert ein bis in Mark und Bei.
Die
Todte g'spüre nüt dervo;
ne rüeihig Lebe hen sie do.
Sie schlofe wohl, und 's
friert sie nit:
der Chilchhof macht vo allem quitt.
Sin echt no leeri Plätzli
do?
's cha sy, me bruucht e paar dervo.
Ne
Chindli, wo ke Muetter het,
denkwol i mach em do si Bett.
En alte Ma, en armi
Frau,
denkwol i bring di Stündli au.
Hesch mengi Stund in Schmerz verwacht,
do schlofsch, und hesch e stilli Nacht.
Jez
brennt emol e Liechtli a,
und dort en anders nebe dra,
und d'Läde schettre druf
und druf,
do goht, bym Bluest, e Husthür uf!
„Grüeß Gott, ihr Lüt, und i bi do,
i bi scho z'Nacht um Zwölfi cho."
Mi
Vetter het si Bündel g'macht,
und furt by Nebel und by Nacht.
War i nit uf
d'Minute cho,
's hätt weger chönne g'föhrli goh.
Wie g'fall'ich in mim
Sunntig-G'wand?
's chunnt Fade neu us Schniders Hand.
E
Rübeli-Rock, er stoht mer wohl
zum rothe Scharlach-Kamisol,
und Plüschi-Hose hani a,
e Zitli drin, e Bendli dra,
ne g'chrüslet Hoor, e neue Huet,
e heiter Äug, e frohe Mueth.
Es
luegt do ein mi Schnappsack a,
und 's nimmt en Wunder, was i ha.
Ihr liebe Lüt,
das sagi nit,
wenns chunnt, so nimm verlieb dermit!
's sin Rösli drin und Dorne
dra,
me cha nit iedes b'sunders ha.
Und
Wagle-Schnür, und Wickelband,
e Fingerring ans Brütli's Hand,
en
Ehrechranz in's lockig Hoor,
e Schlüssel au zum Chilchhofthor.
Gent Achtig, was
i bitt und sag,
's cha iede treffen alli Tag.
E
stille Sinn in Freud und Noth,
e rüeihig G'wisse gebich Gott!
Und wers nit redli
meint und gut,
und wer si Sach nit ordli thut,
dem bring i au kei Sege
mit,
und wenni wott, se chönnti nit.
Jez
göhnt und leget d'Chinder a,
und was i g'seit ha, denket dra,
und wenn der au in d'Chilche wennt,
se schaffet, was der z'schaffe hent.
„Der Tag isch do, der Mond
vergoht,
und d'Sunne luegt ins Morgeroth."
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