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Lied für die Gesellschaft des Museums bei ihren freundschaftlichen Mahlen (Melodie: Süße, heilige Natur usw.) *
Lieblich tönt zum Becherklang Ernst dort in dem Büchersaal, Das Metall aus Mexiko Sieht in seinem Eigentum, An der Vorwelt Tafeln steht, Thronen, Völker fern und nah Wetterwolken kommen, gehn, Mit der Menschheit nah und fern Inniger und enger Und zur Seelenharmonie Manche Stunde lieb und froh, Aber, ach! Ihr blickt umher! Reicht die Becher still hinab! Füllt die Becher wieder an! Leget traulich Hand in Hand! Manche Stunde werd' uns so Schlußchor: Auf der Freundschaft festen Sinn
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Die Karlsruher Gesellschaft des Museums 1. Die Karlsruher Lesegesellschaft Das Karlsruher Museum, das in der Geschichte des geistigen und gesellschaftlichen Lebens von Karlsruhe eine so bedeutende Rolle spielt, ist aus einem jener literarischen Zirkel hervorgegangen, wie sie im 18. Jahrhundert fast in allen größeren Städten Deutschlands entstanden sind. Unter den zahlreichen Namen, unter denen sie antraten, drückte ihre Bezeichnung als „Lesegesellschaften“ ihren Zweck und Charakter am deutlichsten aus. Sie waren ein Bedürfnis jener Zeit, die ihre geistigen Interessen mit Vorliebe in der Form literarischer Geselligkeit pflegte und ihrem gesellschaftlichen Leben gern einen schöngeistigen oder wissenschaftlichen Anstrich gab. Ihre eigentliche Heimat ist Norddeutschland - in den reichen norddeutschen Handelsstädten, Universitätsstäͤdten und größeren Residenzen gab für sie einen besonders günstigen Boden. Von Norddeutschland sind sie dann auch nach Süddeutschland verpflanzt worden. So ist nach ihrem Beispiel am Ende des 18. Jahrhunderts auch die 'Karlsruher Lesegesellschaft' gegründet worden. Die Mitgliederlisten der Zeit der Gründung geben uns ein Bild von der damaligen Zusammensetzung der Gesellschaft. Es sind viele altbekannte Karlsruher Familien dabei: Adels- und Offiziersfamilien wie die Freystedt, Göler, Schilling, Marschall, Drais usw., Beamten- und Ärztefamilien wie die Vierordt, Eichrodt, Klose, Sachs usw., darunter auch Namen von Gelehrten und Staatsmännern, die in der Geschichte Badens fortleben: so der Minister von Edelsheim, der Jurist Brauer, der Arzt und Botaniker Dr. Gmelin, bekannt als Freund Hebels, Goethes Schwager Johann Georg Schlosser und der Hofrat Böckmann. Von den Geschäftsleuten finden wir nur einen - den Hofbuchhändler Macklott - bezeichnend für den Geist der Hof- und Beamtenstadt. Der Markgraf war Protektor, sein Geburtstag wurde jährlich mit einem "freundschaftlichen Mahl" gefeiert. Bei dem raschen Aufblühen der Gesellschaft, deren Mitgliederzahl auf über 200 anstieg, wurden dir alten Räume im Gasthaus Löwen im Pfannenstiel zu klein. Sie kaufte daher ein am Vorderen Zirkel, dem heutigen Schloßplatz gelegenes Haus - die Nr. 8, welches später vom Gastwirt Drechsler gekauft und zum legendären "Drechslerschen Kaffeehaus" gemacht wurde, indem auch Hebel und Weinbrenner verkehrten und die berüchtigten Rätselwettkämpfe stattfanden. Nebst Konversations-, Spiel- und Billardzimmer waren die wichtigsten Räume die Bibliothek und 2 "Lesekabinette". 2. Das Museum Der Aufstieg der Markgrafschaft Baden zum Großherzogtum mit dem Zugewinn an Gebiet und Bevölkerung bewirkte einen weiteren Aufstieg Karlsruhes - die die Zentralisierung der Verwaltung bedingte einen großen Zustrom an Beamten, Geistlichen und Offizieren, dies bedeutete auch für die Lesegesellschaft einen enormen Mitgliederzuwachs, so daß auch das Haus am Zirkel zu klein wurde. 1808 mietete die Gesellschaft daher ein ganzes Haus an der Nordostecke des Marktplatzes - welches an der Stelle des maroden Gymnasiuims Illustre neu erbaut worden war. Gleichzeitig benannte sie sich um und hieß fortan Museum. Fünf Jahre darauf erfolgte der nächste Schritt — der bedeutendste seit Gründung der Lesegesellschaft: die Erbauung eines eigenen Hauses - gelegen Lange Straße 90, Ecke Rittergasse. Als einer der Monumentalbauten der Stadt, für das Weinbrenner die Pläne entwarf, gehörte es zu seinen Hauptwerken und war auch in seinem Innern für seine Zeit mustergültig als Anlage eines derartigen Gesellschaftshauses. Berühmt war vor allem der große Saal, der, zu mal in seiner ursprünglichen klassischen Stilreinheit, der schönste öffentliche Festsaal war, den Karlsruhe je besessen hatte. Die Grundsteinlegung fand am 28. Januar des Jahres 1813 statt. Bereits im nächsten Jahre wurde das neue Haus eingeweiht. Ein großer Ball bildete den Höhepunkt der Feier, bei der der Hof u. a. durch die Großherzogin Stephanie vertreten war. Mit dem
Einzug in das neue Haus begann die eigentliche Glanzzeit der Gesellschaft,
die bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts fortdauerte. Freilich
änderte sich damit auch der ursprüngliche Charakter derselben. Die Form
eines literarischen Zirkels konnte schon wegen der großen Mitgliederzahl
nicht mehr festgehalten werden. Zwar blieb auch das Museum noch lange Zeit
ein Sammelpunkt der geistig bedeutenden Männer von Karlsruhe. |
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| * Melodie: Franz Schubert | ||||
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Entstanden verm. erst nach der Einweihung des Museums 1814. |