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Beim Friedensschluß *
 1807 

     









Jez Fliege   lönt mi all ungheit
und meld si keini wit und breit
 

und chunt mer

der sehnt io aßi d'Zitig lis
und chöm mer eini  i trif si gwis.
 


 
Gönt, schaffet au e halbe Tag
vo Glockeschlag zu Glockeschlag
 
was gilts, der lueget anderst dri
 
und 's wirdich nümme gumperig sy.
 


I ha ne schweri Arbet gha
 
drum lacht mi iez mi Chrüsli a
 
Gang Jergli reich o Chäs zum Brod
 
's schmeckt besser wenns seller anger goht.
 



Jo wol, so hen sie Friede gmacht,
und 's het en End mit Chrieg und Schlacht
 
Gott Lob und Dank für Mensch und Vieh!
  

's wär nümme lang z' prästire gsi

     

Dieser Autograph findet sich auf der letzten Seite des 1. Konvoluts "Ungedruckte Papiere"
Badische Landesbibliothek K 3387 (vormals H 87) - Alemannische Gedichte Nr. 1 - 17
gedruckt bei  von Georg Laengin 1882

Diese Gedicht wurde in der Vergangenheit bei allen Autoren - wie so oft - mehr oder weniger verändert wiedergegeben, insbesondere wurden viele Satzzeichen hinzugefügt.
Außerdem wurden 'wirdich' (wird euch) als 'wird ich' (?) und '
seller anger' = 'sell anger' (selbiges anders) als selbanger (?) gelesen bzw. wiedergegeben
(schaut man sich die Streichung genau an, könnte sie auch als
'selber anger' = 'selb anger' gelesen werden, womit aber ebenfalls nur 'selbiges anders' gemeint sein kann).

Die Zahlen könnten mit der vorhergehenden Seite, der frühen Liste der Alemannischen Gedichte zusammenhängen.

 

 

* Der Friede von Tilsit vom 7. und 9. Juli 1807 war ein im ostpreußischen Tilsit verhandeltes und geschlossener Friedensvertrag, der den Vierten Koalitionskrieg (1806–1807)
 zwischen Preußen zusammen mit dem Russischen Kaiserreich einerseits und dem Französischen Kaiserreich andererseits beendete.
Der russisch-französische Friedensschluss teilte Europa in eine französische und eine russische Interessensphäre;
das preußisch-französische Abkommen stufte Preußen auf den Status einer europäischen Mittelmacht zurück.
(Quelle: Wikipedia)

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