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AN IGNAZ HEINRICH FREIHERR VON WESSENBERG |
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Empfangen Sie gerne Verehrtester Herr und Freund meinen lebhaften und freudigen Dank für das schöne Geschenk der Merzblumen, deren Genuß Sie mir gönnen, und die als ein reines Zeichen eines freundschaftlichen Wohlwollens aus Ihrer Hand einen Werth für mich haben, den ich Ihnen nicht aussprechen kann, noch darf. Ein Zitat dieser Erzeugnisse eines edlen, gleich zarten und starken Sinnes und Gefühles habe ich Ihnen nachgeschrieben, sie verdienen den Namen des Monates, in dem ich Ihnen danke. Das Manuscript der bibl. Geschichte ist leider noch disseits der Presse. Ich kann ihm keinen schönern Wunsch in die Welt mitgeben, als daß das Werklein Ihrer Zufridenheit sich erfreuen möge, wenn ich die Ehre haben werde, es Ihnen zuzusenden. Daß der wackere iunge Mann, den Sie für das Blindeninstitut empfolen
haben, sehr gut und mit schönen Erwartungen empfangen worden ist, wissen
Sie. Ich höre, daß man unnöthiger Weise um eine nähere Beschreibung der
Anstalt in Zürich, und zwar auf dem weitläufigen Weg durch die
Gesandtschaften sich umsehe. Doch geht immer das erfreuliche daraus
hervor, daß man sich für die Sache zu interessiren scheint, und ich hoffe,
es sey keine blose Ausrede für die Zögerung, daß kein Budget zu Stande
gekommen sey, da an die Errichtung des Taubstummeninstitutes nun mit Ernst
scheint gedacht zu werden. Sey die baldige Erfüllung des einen Ihrer
menschenfreundlichen Wünsche die sichere Bürgschaft auch für den zweiten.
Carlsruhe d. 11. Mai 1823
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