Ich
kenne wohl mich, Schätzbarster! Aber den K[irchen] Rath, der so seine
Freunde vergißt, wie Sie einen bei mir anklagen, kenne ich nicht. In der
That ich habe nie —
o wie war ich im Begrif eine undankbare Lüge zu sagen — nein, ich habe
schon oft etwas Liebes von Ihnen erhalten — aber nichts seit geraumer
Zeit, und das M[anu]script und Gedrukte, dessen Sie erwähnen und das sich
doch von etwas neuerer Zeit zu datiren scheint, namentl[ich] Lt.
Biedenfeld, dermalen auf weiter Reise, sagte mir, daß ich etwas von Ihnen
zu erwarten hätte. Aber vergebens habe ich mich bisher darnach gesehnt.
Schreiben Sie mir also, wann, durch wen, Sie mir etwas geschickt haben,
und was es eigentlich war, damit ich hier Nachforschung thun kann, wenn es
noch zu erhalten ist. Zausen will ich Sie für Ihr Urtheil ohne Verhör,
wenn ich Ihrer Person wieder einmal habhaft werde. Unterdessen, — als wenn
nichts geschehen wäre — von Herzen
Ihr ergebenster Freund
Hebel
d. 19.ten Sept. [18]16.