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AN DANIEL EHRENFRIED
STÖBER |
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Ich erstatte Ihnen meinen verbindlich- sten Dank für das schöne Geschenk, wo- mit Sie mir Ihr Wohlwollen auf die angenehmste Art bewiesen haben. Ligt ein Vorwurf auf mir, daß ich es so spät thue, so kan ich mich dagegen wahr u. gut entschuldigen. Ich wollte die Ge- dichte und Aufsätze zuerst lesen u. wieder lesen, und nicht wie man ein Stück Hausbrod aus der Faust weg ißt, so schnell als möglich, sondern wie man Confeckt genießt, langsam, we- nig auf einmal, und nur in den Minuten der guten Stimung dazu. Ist Ihnen an meinem Dank u. Bey- fall etwas gelegen, so kan ich Ihnen |
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War es möglich, mir für Ihre alsatischen* Dichterblüthen ein noch innigeres Interesse einzuflößen, so geschah es durch die Ehre die Sie mir erweisen, indem Sie die Güte haben, mich zu Ihrer poetischen Lands- manschaft zu rechnen, die ich dankbar u. freudig, ohngeachtet des politischen Gränzflusses anerkene. Denn was hat die Poesie mit dem Wasser zu schaffen? Ich bitte Sie, die freundliche Kamtman- nische Familie von mir zu grüßen, u. habe die Ehre mit vollkomenster Hochach- tung zu seyn Ihr Carlsruhe ergebenster Dr. d. 20sten Febr. 1806 J. P. Hebel |
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Konsonantenverdoppelungen schreibt Hebel
mit Reduplikationsstrich: |
* = elsässischen Gränzflusses = veraltete Form des 'Grenzflusses' Kamtmannische Familie = Familie des Straßburger Patriziers Friedrich Gottfried Kampmann (1771 - 1844), Besitzer des Hubbades der Gemeinde Ottersweier. Hebel schreibt den Familiennamen auch (wie oben) Kamtmann oder Kamptmann Dr. = Diener |
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