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Ich empfehle Ihnen, schätzbarster Freund, den
blinden Violinspieler
F. v. Conradi, der
von hier - über Basel - nach Straßburg
reisen will, ob ich ihm
gleich glaubte, sagen
zu dürfen, daß meine Empfehlungen nach
Kl.
Straßburg vielleicht nicht, wie manche
Weine, erst durch das Verführen gut
wer-
den. Blinde Musiker haben imer ein
gutes Vorurtheil für sich, so daß
ich schon
oft meinen gänzlichen Abmangel an mu-
sikalischem Talent mit dem Sehen
ent-
schuldigt habe, und wen auch Hlich. Con-
radi nicht den Mittelplatz
zwischen M. Para-
dis und Dulon behaupten kan, so hat er
doch wenigstens
hier den guten Erwar-
tungen eines frequenten u. glänzenden
Publikums
völlig entsprochen. Ich bitte
Sie daher in Ihren zahlreichen
Bekant-
schaften hie u. da seinen Namen ein
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wenig laut werden zu lassen,
damit der
Concertzeddel, den er ausgeben wird, nicht
ganz wie vom Himel
falle. Der Knabe
ist auch sonst gut müthig u. wie fast alle
Blinden,
heiter, und weiß Wohlwollen,
das ihm zu Theil wird, sehr zu schätzen.
Grüßen Sie von mir Ihre gute Gattin
u. unsere Freunde. Meine Intendantin
der schönen Wild- u. Rheinkünste wird es
hoffentlich nicht
zürnen, daß ich ihr mit
dieser Angelegenheit aus den Händen
gehe. Ich bin von Herzen
Ihr
CR, d. 10ten Jen. 1816
ergebenster
Hebel
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Der blinde
Violinspieler: Franz von Conradi, gab laut Anzeige der Karlsruher
Zeitung vom 6. Januar 1816 ein Vokal- und Instrumentalkonzert im
Badischen Hof.
Maria Theresia Paradis, * 15. Mai 1759 in Wien; † 1. Februar 1824 in
Wien, war eine österreichische Pianistin, Sängerin (Sopran), Komponistin
und Musikpädagogin.
Friedrich Ludwig Dulon, * 14. August 1769 in Oranienburg; † 7.
Juli 1826 in Würzburg, war ein deutscher Flötist und Komponist.
Bei diesem Brief wurden mittels des bei der Zentralbibliothek Zürich
liegenden Autographen mit der Signatur: Autogr Bebler D 220.1 die
- erheblichen - Fehler der Zentnerschen Schreibung korrigiert und die
Formatierung aus dem A. übernommen.
Leider ist der Autograph nach Angabe der Zentralbibliothek in einem
konservatorisch so schlechten Zustand, dass ein veröffentlichbarer Scan zur Zeit nicht angefertigt
werden kann.
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