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AN CHRISTOF FRIEDRICH KÖLLE
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Wen ich Euch frage, lieber Hausfreund Adjunkt, ob Ihr durch den Katz unsern Calender erhalten habt, so sprecht Ihr ohne Zweifel Nein u. macht ein Gesicht dazu, als ob Euch erst nicht viel daran gelegen wäre, letzteres mir zum Trost. Ich hatte nemlich schon bei der ersten Erscheinung der popu- lären Ausgabe dem Pforz- heimer befohlen, wie viel vor- nehme Exemplare er mir, und an wen er solche in meinem Namen schicken sollte. Aber da- mals wäret Ihr noch nicht zu haben, sondern die Aliirten spra- chen noch mit Euch, verständlich. Katz fertigte die bessere Ausga- be auf die ich täglich wartete, nicht oder verheimlichte sie bis zum N. J. u. er sey selber mein Zeu- ge, daß ich ihm erst nach dem N. J. um die meinigen schreiben muste, u. erhielt sie so spät, daß ich sie ärgerlich alle auf dem Tische ligen ließ, wo sie noch |
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ligen. Ihr wißt, was einmal auf meinen Tischen, Sesseln oder Fenstergesinsen einen Platz ge- wonnen hat, behauptet ihn. Aber es wäre doch nicht recht wen nicht wenigstens Ihr trauter Adiunkt ein Exem- plar aus meinen Händen hättet, u. das Jahr hat noch eilf lange Monate. Nehmt also das mitfolgende mit Liebe an, und fahrt ein wenig mit der Hand über das Gesicht, damit Ihr nicht ausseht, wie damals, als wir den Aktus im Museum hielten. Wie lange lassen Sie uns auf Ihr Versprechen u. auf un- sern Wunsch warten, einmal zu uns zu komen. Ich möchte Sie so gerne wiedersehen, Sie so vieles fragen, so vieles von Ihnen hören u. mich fragen lassen Büchler bedroht mich sogar mit der Vermuthung, Sie würden nicht |
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mehr lange in der Nähe bleiben. Im M. werden Sie alles in der Ordnung finden, u. wir alles, wen Sie wieder in unserer Mitte sd. Selbst der Hofapotheker (Medi- cinalrath) ist wieder bekehrt. Die Bachräthsel sd längst ver- dunstet, dagegen werden Ar- meen comandirt, Contribu- tionen erhoben, Thronen besezt nicht bitter, u. ein träger Genoße, der irgend etwas gel- ten läst, oder was irgend ein anderer sagt u. dafür hält. Die SchwegerM. war auf dem Weg zu uns, u. kam bis Frkft. ließ sich durch die Furcht vor d. Krieg auf die Amsterdamer Stra- ße verschlagen, kam bis Düssel- dorf, wendete sich nach Cassel u. ist in Breslau. Jeder Brief fragt nach Ihnen u. denkt an die schöne Vorzeit Erfreuen Sie bald, wens nicht möglich ist mit sich selber, doch mit einem Brieflein Ihren H I. Febr. ______ |
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Als Beleg zu obgesagtem schnei- de ich Euch eine Zeile aus ei- nem Brief v. Cork heraus den ich gestern erhielt, als dieser schon angefangen war. |
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Hebel schreibt hier wie üblich das -lich als
Ligatur, das ich in der Transkription ausgeschrieben habe. Weiterhin lässt
er sehr viele Satzzeichen weg, die auch in der Tr. weggelassen wurden. Zentner hat in seiner Transkription
ungewöhnlich
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N. J. = Neu Jahr Einige Wörter sind aufgrund der
schlechten Die genannten Briefzeile von Cork
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Quelle und Briefbesitz: Dreiländermuseum Lörrach |
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