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AN HENRIETTE HENDEL-SCHÜTZ UND FRIEDRICH KARL SCHÜTZ
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Empfangen Sie Hochgeschäztester Herr und liebe edle Freundinn meinen
besten Dank für die erfreuliche Nachricht, die Sie mir von Ihrer
glücklichen Rückkehr in das Vaterland ertheilen, sowie für die
allerliebsten Beilagen Ihres Briefes, die mir einige schöne Erinnerungen —
zwar nicht erst bringen — aber noch lebhafter machen. Sitze ich nicht in
diesem Augenblick wieder zu Carlsruh an der Post, T.S.M., und ists nicht
wieder Sonntag früh, obgleich Montag Mittags ist? Bin ich nicht zu
gleicher Zeit wieder auf dem Thurmberg und überal, ia fall ich nicht vor
Freuden neuerdings zu Seuberts Fenster hinaus? Unter andern Feyengaben,
theuerste Freundinn, haben Sie auch die, allgegenwärtig zu machen, —
selbst wo man in seinem Leben nie war, z. B. in Halle. |
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Unter den vielen, die sich darauf freuen, soll ich Ihnen den Graven Broussel nennen, der Ihre Bekanntschaft auf dem Rigiberg gemacht hat, und mich. Ersterer ist iezt gesezter, als damals vielleicht der Student war. Lezterer ist auch noch passabel. Halten Sie nur Wort! Ich weiß nicht, ob ich Ihnen rathen soll, Schritte vorher zu thun. Die Intendanz ist jezt in den Händen des H. Ministers v. Hacke, über dessen Sinn und Grundsätze man noch nicht klug ist. Eine seiner ersten Operationen war die Verabschiedung der guten Benda zu Gunsten der Dem[oiselle] Demmer ganz gegen die Wünsche des Publikums. Die Gegenwart wird vielleicht am besten Rath und Mittel geben, und solche Gegenwarten sind auch wirksamer als Buchstaben. Indessen habe ich schon oft erfahren, daß ich ein gar einfältiger Rathgeber bin, weil ich in Verhältnisse, die über meine eigenen hinausgehn, wenig schaue, oft in meine eigenen schlecht. Noch bitte ich Sie, hochgeschäztester Herr, dem der rheinländische Hausfreund |
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in seinem Leben einen so schönen Dank schuldig geworden, auch noch um eine Gefälligkeit für den Todten. Ein böser Gnom lauft noch immer in seiner Kleidung herum, und viele, die ihn sehn, meinen, es sey noch der alte. Haben Sie die Güte Untenstehendes zur Notiz für das Publikum und zu meiner Ehre, die sonst ein wenig gefährdet sein könnte, in der Allgemeinen L[itteratur] Zeitung einrücken zu lassen. Sie verbinden mich sehr durch diese Gefälligkeit. Empfelen Sie mich Ihrem viel und hoch verehrten väterlichen Hause zu fortdauerndem Wohlwollen. Ich bin mit vollkommenster Hochachtung und Ergebenheit Ihr gehorsamster Diener Hebel Karlsruhe, d. 27. Nov. 1816 Unterzeichneter sieht sich zu der Erklärung veranlaßt, daß er an der Herausgabe des badischen Landcalenders, genannt der rheinländische Hausfreund, zu welchem er von 1808 bis 1815 die Lesestücke liferte, keinen Antheil mehr nimmt. Hingegen, wird im Laufe des Jahrs 1817 der 2te Theil des Schatzkästleins des rheinländischen Hausfreundes herauskommen.
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Herrn Professor Schütz in Halle frey in Sachsen |
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Quelle und Briefbesitz:
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