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Sie haben mir, lieber u. verehrter Herr Professor mit
der Nachricht, daß
Sie mit Ihrer theuren Gattin
wieder bei uns sind, eine sehr große Freude
verursacht, und ich danke Ihnen sehr für die
so freundliche Mittheilung
derselben. Den ich
darf ia wohl sagen bei uns, obgleich noch so
weit,
wenn man Menschen, die man also ehrt
u. liebt, nun wieder ein mal dißseits
der
Belte und in der Heimath weiß. Möge Ihnen
nun, auch in der bösen Zeit,
die wir alle
theilen, recht viel Schadloshaltung für Ihre
lange
beschwerliche Reise zu Theil werden, die
ich unsichtbar mit Ihnen gemacht
habe,
nicht allein in Ihrem wohl wollenden u.
freundlichen Andenken,
sondern auch in mei-
ner Theilnehmung u. Besorgniß für Sie.
Doch die Götter
schützen ihre Geweihten.
Erfüllen Sie recht bald die schöne Hoffnung, die
Ihr Brief in mir aufleben läßt, Sie bei
uns zu sehen, und vielleicht, wen
anders
der Genius Ihrer schönen Kunst uns nicht un-
versöhnlich zürnt, Sie
ganz als die unsrigen
zu haben. Es ist hohe Zeit, daß iemand kome
u.
einen illiberalen Geist, der gegenwärtig bei
dem hiesigen Theater zu
herrschen scheint, bane,
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und wem kan dieses gelingen, als Herrn Schütz
und seiner Gattin. In diesem Augenblick ist
nichts voraus zu sagen, ohne
Gefahr zu irren.
Ich weiß nicht, ob, wie man glaubt, ein Man
an dem
Theater selbst etwas enge u. spröde
Grundsätze geltend macht, wenigstens
scheint
Herr v. Ende sich bisweilen von fremdem
Willen leiten zu
lassen, u. der G. H. sich we-
nig um diese Angelegenheiten zu
bekümern.
Aber Ihre Gegenwart u. die Wiedererschei-
nung der Künstlerin,
die wir alle so sehr
verehren, wird alles erleichtern. O, wie
freue ich mich ienes Tages, theuerste Freun-
din, und der Wiederkehr verflossener
seliger Tage. Aber Sie — spannen Sie
Ihre Erwartungen herzhaft um etwas
her-
ab. Sie werden Ihr Carlsruhe in Carls-
ruhe nimer finden. Wenigstens ist
der grö-
ste Theil unserer alten Freunde verflogen. A-
ber wo kan es Ihnen an
neuen fehlen. Selbst
der rheinländische Hausfr. ist ein gar mür-
rischer
Mensch u. mit einem Bein voll
Gicht mehr ein hinkender Bote geworden,
sitzt den ganzen Tag zu Hause bei
den Akten oder in der Kneippe u. ist
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von allen Musen verlassen. Ich wollte sagen, daß
Sie einen unglücklichen
Menschen antreffen
werden, wenn ichs in Ihrer Gegenwart noch
seÿn könte.
Ich hoffe, Sie haben meinen lez-
ten Brief in Riga noch angetroffen. Aber
ich
erinnere mich nicht, ob ich Ihnen damals
schon für das herzige
Geschenk durch Mad.
Barklei danken konte. O, wie sind Sie
so gut! Der Adjunkt ist noch in Dresden
u. fragte mich in iedem Brief nach Ihnen.
Ich bitte Sie theuerster Herr Professor
mich der fortdauernden
Gewogenheit
Ihrer verehrtesten Eltern zu empfehlen
und, nebst Ihrer edlen Gattin, selbst
mir imer gut zu bleiben. Ich bin mit
der vollkomensten
Hochachtung ganz
Ihr
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CR. d. 12tn Aug.
1813.
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