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AN JAKOB FRIEDRICH EISENLOHR |
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Sr. Hochwürden
Hochwürdiger, Hochzuverehrender Herr Dekan u. Freund! Sie werden aus der
gestrigen Sitzung einen Erlass erhalten haben, worinn dem würdigen Herrn
Pfarrer Bürklin in der Person des Herrn Stleidinger dermalen noch in
Buggingen ein Vikarius empfolen, aber auch nur empfolen wird, und wenn er,
oder Sie für ihn nicht schon anderst gewählt haben, so empfele ich
denselben Ihnen. Dieser iunge Mann aus dem Hornbergischen ist arm genug,
um wünschen zu müssen, daß er sobald seine Station in Buggingen aufhört,
eine neue finden möge. Doch würde dies nicht zureichen, meinem allgemeinen
Wunsch für alle, die in gleicher Lage sind, diese besondere Anwendung zu
geben, wenn ich nicht hinzusetzen könnte, daß Steidinger auch ein braver,
durch Schicksale u. Frömmigkeit in der Demuth erhaltener, u. für den
Beruf, den er gewählt hat, von ganzem Herzen hingegebener Mann sey. Um den
Schein aller Zumuthung zu vermeiden begnüge ich mich, Ihnen diese Notizen
von ihm mitzutheilen, u. schreibe deswegen auch nicht an H.
Pf.
Bürklin selbst, dem mich ohnehin auch nur einmal in meinem
Leben ein guter Augenblick zur persönlichen Bekanntschaft zugeführt hat.
Indem ich
also das übrige Ihnen und ihm überlasse,
füge
ich
nur noch
den Ausdruck meiner ganzen Hochachtung u. Freundschaft bei, womit ich die
Ehre habe zu seyn
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Jakob
Steidinger war im Jahre 1800 als Sohn eines Uhrmachers in St. Georgen
zur Welt gekommen. Sein theologisches Studium absolvierte er in Basel;
im Sommer 1823 wurde er nach bestandenem Staatsexamen unter die
badischen Pfarrkandidaten aufgenommen. Hebe! dürfte durch seinen Freund
Karl Friedrich Sievert, den Dekan des Kirchenbezirkes Hornberg, auf den
jungen Mann aufmerksam gemacht worden sein. Steidinger wird es wohl
Hebels Verwendung bei Friedrich Wilhelm Hitzig, dem Dekan des
Kirchenbezirkes Müllheim, der als Mitglied des badischen Landtags
regelmäßig nach Karlsruhe kam, zu danken gehabt haben, wenn er
unmittelbar nach der Rezeption am 1. August 1823 dem Pfarrer Johann
Christian Crecelius in Buggingen als Vikar beigegeben wurde. Als
Steidinger am Ort seines ersten seelsorgerischen Wirkens eintraf,
begegnete ihm aber in Crecelius ein vom Tode gezeichneter Mann. Bereits
am 4. Oktober 1823 mußte der Vikar den Hingang seines Pfarrherrn ins
Bugginger Kirchenbuch eintragen. Steidinger versah die Amtsgeschäfte,
bis Anfang 1824 ein neuer Pfarrer in Buggingen einzog.
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