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6.
Hören wir einmal Seneka den Stoiker über den Begriff der Gottheit
raisoniren, oder des Iupiters, der ein von dem er glaubt, daß er nicht
blos Blitze schleudere, sondern selbst das Weltall erbaut habe,
schütze u. regire. Nenne ihn sagt er, wie du willst, ieder Name komt
ihm zu. [schickt sich für ihn) Magst du ihn das Verhängniß nennen; du
wirst dich nicht irren. Hängt doch alles an seinem Wink u. Willen, als
an der Ursache der Ursachen. Oder Verhängniß - du hast recht. Denn wer
sorgt für die weiseste Ordnung der Dinge, den weisesten Gesetzen gemäs.
Oder Natur? Auch dan
täuschest du dich nicht. Den
er ist es, von dem alles entstanden seÿn muß! Aber vielleicht möchtest
du fragen: Warum geht er mit seinem Blitz so oft an dem vorüber den er
treffen sollte, u. trift den unschuldigen? Dis bedürfte einer tiefern
Untersuchung. Aber vernim
einsweilen dieses darüber. Iupiter blizt nicht selbst, sondern hat alles
so eingerichtet, daß das, was nicht von ihm geschiet, doch nicht ohne
ihn u. den ewigen Grund der Dinge, der in ihm ist geschehe. Mögen wir
also auch diesen Grund nicht imer
in iedem einzelnen erkennen, so haben wir ihn doch imer
höchst from zu verehren. |
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Seneca identifiziert in "Über
die Wohltaten" die Natur mit Gott, der göttlichen Vernunft, Jupiter
Optimus und Maximus, dem Schicksal (fatum), Er ist der unbesiegliche
"Vater aller". In der stoischen
Deutung verliert Jupiter seine aus der griechischen Mythologie
übernommenen individuellen Züge. Jupiter wird als Gottheit verstanden, die
sich in allen Teilen der Welt gleichermaßen manifestiert und je nach
Manifestation nur unterschiedlich bezeichnet wird, die übrigen Götter sind
demnach nur ihren jeweiligen Aufgaben angepasste Teile des Jupiter. So
repräsentiert etwa Juno die Luft, Diana die Erde und der als „Jupiter“
bezeichnete Teil den Äther. Seine Attribute sind ein Bündel von Blitzen in
der Hand und der ihn begleitende Adler als Zeichen der Macht |
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