12 - 8.    Warum uns Menschen abstoßen oder anziehen. Konvolut 3 / Text

(Original ohne Titel)

 

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8.

Es gibt Menschen, von denen wir bei dem ersten Anblick unwillkürlich zurückgestoßen werden. Etwas an ihnen ste seÿ es was es will scheint sie zu verrathen und erinnert uns auf der Hut zu seÿn. Von /* Andre hingegen ziehen werden wir uns mit unwiderstehlicher Gewalt an sich gezogen, ohne daß wir in** mit ihnen Umgang oder Verkehr gehabt, ohne sie in vorher ge*** auch nur gesehen zu haben, und verbürgen uns selber mit stillem Zutrauen ihren Charakter. Es seÿ dahingestellt, ob eine eckige oder sanft gewölbte Stirne, der offene u. gerade oder der verstohlene schiefe Blick, die eingedrückte oder die Habichtsnase, die imer verschlossene oder imer lächelnde Mine, die blaße oder rothe Farbe des Gesichts auch die Haltung des ganzen Körpers, selbst der Gang u. das Spiel der Hände dis allein bewirke oder ob auch eine verborgene Sympathie oder Antipathie im Spiel seÿ. So viel ist richtig, daß auch eine ungünstige Bildung durch edle Sitten gemildert ia verschönert werde****, u. ein schlechter Charakter durch Schönheit von aussen, schlecht verschleiert seÿ.

 

 

 

 

   

 

Es gibt wiederum keine Quellenangabe und keinen Hinweis darauf, zu welchem Text Hebel sich hier seine Gedanken gemacht hat.

* 'Von' wurde nachträglich vor 'Andre' eingefügt, ohne dass
das große 'A' korrigiert und ein 'n' ergänzt wurden 
** 'in' wurde wohl aus Versehen bei der Streichung übersehen
*** 'in vorher' bei der Streichung von 'ge' (gesehen) vergessen
**** 'werde' zunächst gestrichen, dann jedoch durch Unterpunkten wieder gültig gemacht.

 

 

 

 

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