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CHRISTLICHER KATECHISMUS

Sechstes Hauptstück.

Die Lehre von dem Eid.

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         143. Was ist der Eid?

          Der Eid ist die höchste wichtige Betheurung einer Aussage oder eines Versprechens, welche auf Befehl der Obrigkeit durch Berufung auf Gott geschieht.

          Hebr. 6, 19. Der Eid machet ein Ende alles Haders, dabei es fest bleibet unter ihnen.

          144. Wie beruft sich der Schwörende auf Gott?

          Der Schwörende nimmt Gott, den Allwissenden, Heiligen und Gerechten zum Zeugen an, daß er die Wahrheit rede, und daß er halten wolle, was er verspricht. Er entsagt gerichtlich und feierlich allem Antheil an der Gnade Gottes, wenn er falsch schwöre.

          145. Welches sind die Folgen des falschen Eides?

          Die Folgen des falschen Eides oder des Meineids sind schwere, zeitliche Strafen, Verlust der Ehre und des Zutrauens, wann der Meineid entdeckt wird – unheilbare Unruhe des Gemüths, wann das Gewissen erwacht.
 Gott erbarme sich des Reumüthigen in der schweren Stunde des Todes.

          2. Mos. 20, 7. Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

          3. Mos. 19, 12. Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, und entheiligen den Namen eures Gottes, denn ich bin der Herr.

          Gal. 6, 7. Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten.

          146. Was ist von dem Eidschwur zu halten, der nicht auf Befehl der Obrigkeit geschieht?

          Ein solcher Schwur ist kein wahrer Eid, sondern eine strafwürdige Nachäffung desselben, und hat keine Gültigkeit. Was vor Gott und Menschen recht und gut ist, soll Jeder ohne Schwur halten. Was unrecht und unerlaubt ist, dazu kann kein Eid verpflichten. Wie kann ich Gott zum Zeugen anrufen, daß ich etwas Böses thun wolle!

          Sir. 23, 12. 17. Wer oft schwöret, der sündiget oft, und die Plage wird von seinem Hause nicht bleiben. Gewöhne deinen Mund nicht zu leichtfertigen Schwüren; denn es kommt aus bösem Vornehmen.

          Matth. 5, 37. Eure Rede sey: ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Uebel.

 

 
 
 
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Transkription von Remigius Suter, CH-4417 Ziefen, Baselland