Die Briefe an Christoph Kölle &
Ignaz Heinrich Freiherr von Wessenberg
  zurück zur Briefübersicht  


Christof Friedrich Kölle, geb. 1781 in Stuttgart, war 1809 als württembergischer Legationssekretär nach Karlsruhe gekommen, wo er, literarisch interessiert und selbst schriftstellernd, bald in nähere Beziehung zu Hebel trat. Letzterer hat ihn zum Adjunkten", einer stehenden Figur des Rheinländischen Hausfreundes, gemacht. 1812 wurde Kölle als Legationsrat nach Dresden versetzt, 1817 zum württembergischen Geschäftsträger in Rom ernannt, wo er bis 1833 amtierte. Er starb 1848, nachdem er zu der 1843 erscheinenden Ausgabe der Werke J. P. Hebels ein allerdings mit Vorsicht aufzunehmendes, aber immerhin wertvolles Lebensbild des Dichters beigesteuert hatte.





Wessenberg, Ignaz Heinrich Freiherr von, seit 1798 Domherr, seit 1802 Generalvikar und Bistumsverweser des Bistums Konstanz, Führer einer kirchlichen Reformbewegung mit dem Ziel einer deutsch-katholischen Kirche. Als Mitglied der Badischen Ersten Kammer sind sich Hebel und Wessenberg auch persönlich näher getreten.




Sievert, Karl Friedrich, zählt zu Hebels engerem Freundeskreis. 1758 als Sohn des Pfarrers Karl Wilhelm Sievert in Eggenstein geboren, besuchte er vom nahen Grötzingen aus, wohin sein Vater 1764 versetzt worden war, das Karlsruher Gymnasium. Hier dürfte er, obwohl er sich eine Klasse über ihm befand, mit Hebel bekannt geworden sein; aus dieser Schulfreundschaft stammt wohl auch das beide Männer verbindende brüderliche Du. 1779 legte Sievert das Staatsexamen ab und war während der Hertinger Jahre Hebels Präzeptor in Kandern (1782/83), bis er die Pfarrei Gondelsheim erhielt. 1805 wurde Sievert Pfarrer und Dekan des Kirchenbezirks in Schopfheim, schied jedoch nach einigen Unstimmigkeiten 1812 aus diesem Amte. Er bezog die Pfarrei Gutach, übernahm 1821 das Dekanat des Kirchenbezirkes Hornberg, das er bis 1837 versah. 1833 zum Kirchenrat ernannt, starb Sievert 1842 hochbetagt in Gutach.




 

Christian Theodor Wolf, geb. 1765 in Grünstadt (Rheinlandpfalz), zuerst Pfarrer in Hochspeyer, von wo ihn die Französische Revolution vertrieb, seit 1795 Hilfsprediger in Heidelberg, 1796 lutherischer Pfarrer, 1797 kurpfälzischer Konsistorialrat. Nach Anfall der rechtsrheinischen Pfalz an Baden wurde Wolf 1803 zum badischen Kirchenrat ernannt, 1807 erhielt er die 1. lutherische Pfarrei in Heidelberg. Gemeinsam mit Hebel und Sander trug der Dekan des Kirchenbezirkes Heidelberg Entscheidendes zum Einigungswerk der Union (1821) bei. Er starb am 11. März 1848.

Der umfangreiche Briefwechsel Wolfs mit Hebel aus den Jahren 1795—1802 befand sich im Besitz des Sammlers Dr. Marc Rosenberg und ist mit dessen Landhaus in Schappach 1914 ein Raub der Flammen geworden.




 

     
     

Die Auswahl der o. a. Zitate orientiert sich an:

Johann Peter Hebel: Briefe; ausgewählt und eingeleitet von Wilhelm Zentner;
C. F. Müller, Karlsruhe & Langewiesche-Brandt, Ebenhausen bei München, 1976

 
 
zurück zur Briefübersich
 

nach oben