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AN JAKOB STEIDINGER

   

An

Herrn Vikarius

Steidinger

in Buggingen bei Müllheim

Sie sind heute theuerster Herr Vikarius dem Herrn Pfarrer Bürklin in Ihringen, einem unserer
achtungswerthesten Geistlichen, zum Gehülfen empfolen worden, u. ich schreibe wegen dieser
Angelegenheit noch besonders an Herrn Dekan Eisenlohr. Wenn ersterer nicht schon gewählt
hat, so zweifle ich nicht, daß dieser Platz, wo zwar viele Geschäfte auf Sie warten würden,
hnen zu Theil werden könne. Sprechen Sie iedoch vordersamst mit H. Dekan Hitzig, mit dem
ich während seines Hierseyns wegen Ihrer Angelegenheit ebenfalls geredet habe. Gott begleite
Sie ferner mit seiner väterlichen Fürsorge u. Obhut, u. erfreue Ihr treues Wirken mit seinem
Segen. Wir pflanzen u. begiessen. Aber Gott gibt das Gedeihen darinn, mit welcher ich um
en schmerzhaften Verlust Ihres theuren Gatten und meines ältesten mir unvergesslichen
Freundes traure. Ich bin mit aufrichtiger Werthschätzung

                                                            Ihr
CR. d. 3ten Jenner 1824
                                                           ergebenster
                                                                    Hebel

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1961 veröffentlichte Wilhelm Zentner erstmals drei Briefe Hebels, die in der Hebel-Rezeption kaum -
bzw. gar nicht - wahrgenommen wurde.

Jakob Steidinger, 1800 in St. Georgen im Schwarzwald als Sohn eines Uhrmachers geboren,
hatte im Sommer 1823 sein Theologiestudium in Basel abgeschlossen und wurde nach
bestandenem Staatsexamen unter die badischen Pfarrkandidaten aufgenommen und
von Hebel in liebevoller und herzlicher Weise in seine erste Vikariatsstelle nach Buggingen
ins Markgräflerland vermittelt.

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Quelle:


Badische Heimat; Ekkart, Jahrbuch für das Badner Land 1961, Herausgeber: Dr. H. Schwarzweber;
Landesverein Badische Heimat e. V., Freiburg i. Br.; S. 81 ff.

 

 

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