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AN DANIEL EHRENFRIED STÖBER

   

Ich kenne wohl mich, Schätzbarster! Aber den K[irchen] Rath, der so seine Freunde vergißt, wie Sie einen bei mir anklagen, kenne ich nicht. In der That ich habe nie —
o wie war ich im Begrif eine undankbare Lüge zu sagen — nein, ich habe schon oft etwas Liebes von Ihnen erhalten — aber nichts seit geraumer Zeit, und das M[anu]script und Gedrukte, dessen Sie erwähnen und das sich doch von etwas neuerer Zeit zu datiren scheint, namentl[ich] Lt. Biedenfeld, dermalen auf weiter Reise, sagte mir, daß ich etwas von Ihnen zu erwarten hätte. Aber vergebens habe ich mich bisher darnach gesehnt. Schreiben Sie mir also, wann, durch wen, Sie mir etwas geschickt haben, und was es eigentlich war, damit ich hier Nachforschung thun kann, wenn es noch zu erhalten ist. Zausen will ich Sie für Ihr Urtheil ohne Verhör, wenn ich Ihrer Person wieder einmal habhaft werde. Unterdessen, — als wenn nichts geschehen wäre — von Herzen

Ihr ergebenster Freund      Hebel             

d. 19.ten Sept. [18]16.