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AN DANIEL EHRENFRIED STÖBER

   

Hier, mein Bester, folgt endlich der vielbesiegelte und wohl videmirte Schein. Die früheren Papire, die Sie mir zusendeten, sind hoffentl. wohlbehalten zu Freyburg im Breisgau in den Händen unseres Freundes Schnetzler. Er war in Geschäften einen flüchtigen Tag hier, theilte mir den Extrakt eines Geheimen Raths Protokolls mit, das seine Reise veranlaßte. Wir legten es, wieder zusammengefaltet, auf den Tisch, wo Ihre Papire zum Absenden bereit lagen, sprachen über seinen Innhalt, dann steckte er beym Fortgehen einen solchen Papirfascikel in die Tasche, und in dem ich heute Ihre Schriften zusammen legen will und sie noch einmal öffne, lese ich mit Schrecken die Rubrik: Geheime Raths Protokoll. Polizey Departement! Hoffentl. wird er seine Gefangenen zur baldigen Auswechslung ebenfalls unter treuen Augen behalten, und ich werde ihn ersuchen, sie gerade an Sie abzuschicken. Wenn er aber droben seine Papire so sicher greift als hier, so werden vielleicht Ihre gesammten Verlobungsakten statt eines andren Artikels ins Freyburger Intellig. Blatt eingereiht, das er redigirt, und dann dürfen auch die Originalpapire in der Setzerey zu Grunde gehen.

Zu Ihrem Duzend Küsse einen an Ihre liebe Gattinn, gebohrene Küß, als freundl. Zugabe von

Ihrem ergebensten Fr.      Hebel             

d. 28. Okt. 1807.