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AN DANIEL EHRENFRIED STÖBER

   

[Mitte August 1807]      

Sie haben ganz richtig gelesen, mein Bester, Neben über und Schmehle. Ersteres ist vielleicht nicht einmal deutsch, statt neben (den Gräbern und dem Geläute) vorüber. Letzteres ist an dem gemeinen Gras, was an dem Getraide der Halm. Statt des ersten können Sie, wenn Sie lieber wollen Und vorüber setzen, statt des leztern an den Spitzen oder Halmen, aber ich ziehe Schmehle vor und halte es für ein gut deutsches und für ein poetisches Wort.

Erlauben Sie mir, in Ansehung des zurückbehaltenen allemanischen Gedichtes ferner etwas unartig zu seyn. Ihre Einladung, es zu dem Taschenbuch zu steuern, macht es mir zwar schwer, es nicht zu schicken, aber sie befreit mich nicht von der Ueberzeugung, und was fast noch hartnäckiger ist, von dem Gefühl, daß das Taschenbuch und wir beide, gewinnen, wenn es wegbleibt. Es ist durch seinen Innhalt dem elsasser Publikum gar zu fremd und dem Publikum, wofür es Interesse hätte und von welchem das nachbarliche Taschenbuch nächst dem Elsaß wohl am meisten gelesen wird, schon auf einem gar zu gemeinen Weg bekannt. An Hitzig und Lembke hab ich geschrieben. Eccard wird wohl ausbleiben. Das Schicksal macht ihm dumme Streiche. Vielleicht erhenkt er sich, und dann schick ich Ihnen aufs künftige Jahr eine Romanze.

H.