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AN FRIEDRICH AUGUST NÜßLIN

   

Theuerster Herr Hofrath und Freund!

Ohne Zweifel wird H. Sander nun bereits bei Ihnen seyn. Wenigstens forderte ich ihn zur schleunigsten Abreise auf, sobald der Beschluß aus der katholischen Section zurückkam, der am nemlichen Tage an Sie abging.

Ihren Verwandten darf ich Ihnen nicht wohl empfehlen. Ihre Humanität und Liebe wird ihm Alles sein und geben, was er noch bedarf und was ich ihm von Herzen wünsche. Nur mit Betrübniß kann ich Ihnen die vorläufige Nachricht geben, daß es mir nicht vergönnt ist, im nächsten Examen Zeuge der schönen Wirkungen Ihrer zu Ende gehenden kraftvollen Direction zu seyn und die köstlichen Stunden Ihrer Hausgenossenschaft abermals zu genießen, wozu ich, zu meinem innigen, herzlichen Dank Ihre Einladung habe. Es entschädigt mich dafür Ihre fortgesetzte Freundschaft und das schätzbare Wohlwollen Ihres Hauses, in dem ich so oft im Geiste einkehre, das ich mit Liebe begrüße.

Die Prüfung wird den 12. September beginnen, wenn die katholische Section, wie ich nicht zweifle, zustimmt. Als Commissarius werden Sie den Bekannten erhalten, den Sie auch schon hatten und der wenigstens immer, so viel ich zu beurtheilen vermag, den Verdiensten der Lehrer und dem Institut selbst gerechte und ehrende Würdigung widerfahren ließ.

Sind Sie vielleicht in Ihren Ferien einige Tage in Karlsruhe zu sehen? Das Spätiahr könnte mir keine schönere Erscheinung bringen.

Ich bin mit herzlicher Liebe und Ergebenheit

Der Ihrige     Hebel          

CarlsR. 7. August 1825.

 

 

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