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AN FRAU NÜßLIN

   

Etwas Weniges, meine verehrteste Frau Hofräthinn, verstehe ich von dem Verkehr mit den Geistern. Derienige, an welchen Sie mir Aufträge gegeben haben, gehört sonst zu den schlimmsten und hartnäckigsten. Aber mit Ihrem Brieflein in der Hand habe ich ihn so zahm gemacht, daß er den aufrichtigsten Antheil an meiner Freude nimmt, dieses Merkmal Ihres Wohlwollens erhalten zu haben und Ihnen nicht dankbar genug seyn kann für die Nachsicht und Güte, mit welcher sie seinen Gruß angenommen haben.

Indem ich das verflossene Jahr an seinem letzten Tag noch einmal an mir vorübergehen lasse, wo könnte ich länger und lieber und glücklicher verweilen, als in einem freundlichen Hause in Mannheim, worinn so viele unschätzbare Güte für mich wohnt. Ich widme ihm meine besten und herzlichsten Wünsche, und bitte Sie, beste Frau Hofräthinn, um Ihre fortdauernde Gewogenheit für den, der sich mit inniger Verehrung nennt

Ihren gehorsamst ergebenen Diener     Hebel        

Carlsr. d. 31. December 1824.