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AN FRIEDRICH AUGUST NÜßLIN

   

Ich hätte Ihnen, lieber und theurer Herr Professor und Freund, auf Ihre herzliche Einladung sogleich in der Fülle meiner Gefühle mein freudiges Ja zugerufen, wenigstens nicht bis heute gewartet, wenn es mir möglich gewesen wäre, früher als bis jetzt, mit meinem Begleiter, Herrn G. R. Schäfer über unsere Reise überhaupt und namentlich über die Zeit unserer Ankunft in M[annheim] zu sprechen. Daß ich ihm meinen Präliminar-Artikel vorausstellte, versteht sich von selbst. Was konnte mir zu dem Erfreulichen und vielleicht minder Erfreulichen des Geschäftes für eine angenehmere Zugabe werden, als die in dem Gedanken lag, einen Theil der freien Stunden bei Ihnen zuzubringen, und wie konnte meine Erwartung schöner übertroffen werden, als durch Ihr freundliches, liebes Entgegenkommen! Wir reisen am nächsten Samstag Vormittags ab, und hoffen am Abend bei guter Zeit in Mannheim zu seyn, und ich komme und eile also — zu Ihnen. Um Ihre und Ihrer edlen Gattinn freundliche Aufnahme, die ich zum Voraus herzlich grüße, bitte ich Sie nicht, da sie mir so gewiß ist. Aber für den armen, in engere Verwahrung gebrachten Welschen lassen Sie mich ein gutes Wort der Begnadigung einlegen. Ein gutes deutsches Hühnlein thuts's ia auch oder besser.

Gönnen Sie mir die süße Täuschung, glauben zu können, daß ich ganz zu Ihnen gehöre, so lange ich bei Ihnen bin.

Mit Hochschätzung und Liebe des Freundes

Ihr ergebenster     Hebel             

CR. d. 8. Sept. 1823.