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AN CHRISTOF FRIEDRICH KÖLLE

   

[Juni 1813]      

L. F. Meinen freudigen Dank für das gattige Möhrlein, das Pfeiflein und für Ihre Zeilen, womit Sie mir Ihr fortdauernd freundschaftliches Andenken verbürgen. Wie richtig haben Sie in Ihren lezten Tagen vorausgesagt, Dresden werde ein wichtiger Platz werden. Kommen Sie recht bald mit den ersten fröhlichen Friedensnachrichten in die himmlischen Gauen, so zu sagen eine Primula pacis. Wenns im Juli geschieht, so trag ich Ihnen schon den Calender entgegen, der zwar dismal nicht dem vorigen entsprechen dürfte. Ich weiß nicht, ob mir die muntere Laune dazu mit Ihnen entflohen ist. Wenigstens haben Sie mir sie oft gebracht. Von der Schwiger M[utter] weiß ich nichts. Wie mags dem armen Luischen in B.[erlin] ergangen sein? Doch sie hat ia das heroische Fach. Ich weiß nicht, was Müller treibt. Schon im Winter sagte mir ein Pievese: I hab Ihn au verkoof, in Stutgardt viel verkoof (das Stück 15er.). Es soll ein einziges Exempl. hierher gekommen seyn. Freundlichen Gruß von Kunz, der mich so eben verläßt. Schrickel fangt an sich zu bessern. Der Stadtvogt ist mit Hypochondriegas übergesäuret.

Herzlich Ihr      H.