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AN CHRISTOF FRIEDRICH KÖLLE

   

Lieber Freund!                                                             [Januar—Februar 1813]

Ich bin Ihnen auf einige Zuschriften Antwort schuldig. Eine davon traf ich hier nach meiner Heimkunft aus der Heimath, (dem Oberlande) an. Sie wurde mir dadurch zwiefach erfreulich, denn immer bedarf ich etwas zum Trost und zur Erheiterung, wenn ich dorther komme, und es ward mir durch Ihren Brief. Bekannte und Unbekannte erkundigten sich nach Ihnen und brachten mir die verlohrene Hofnung in Erinnerung, dieses schöne Land einmal mit Ihnen zu durchreisen. Auch hier vermisse ich Sie oft und speise Ihnen zu Ehren alle Monate einmal im + [Kreuz].

Ihr Beifall zum Calender ist mir sehr schätzbar. Graf Benzel dankt Ihnen daß Sie ihn dem Oheim nicht verrathen haben. Der Schatten des alten Pfarrers rächt sich sichtbar an ihm durch Lamezan und Hennemann, der für den Verlust von 2300 fl baar durch Einbruch am hellen Tage Zerstreuung bedarf. B[ougine] ist iezt fast der einzige Gegenstand des sogenannten Uzes an dem dermalen sehr zahlreichen Museumstisch. Mit Begierde sehe ich den versprochenen Beiträgen zum Calender 14 entgegen, der mager zu werden droht so viel auch 12 und 13 Stoff uferte ihn fett zu machen. Ich hoffe ihm durch ein par ausländische Spässe neue Reitze verschaffen zu können.
H. Büchler ist mein Zeuge, daß ich ihn schon im Anfang der Woche um Aufnahme dieses Blättchens bat. Ich darf Ihnen also wohl gestehen, daß ich heute den allerliebsten Pfeifenkopf von ihm bekam. Herzlichen Dank für dieses liebe Andenken. Neuigkeiten, wie wohl es gibt, will ich Ihnen nicht melden, da ich Büchlers Frachtschiff nur ein Bootchen anhänge.

Bleiben Sie gesund und froh, und gut                                   Ihrem Freund