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AN MARKUS FIDELIS JÄCK

   

[Februar 1811]    

... Auch Sie seufzen noch in stiller Zurückgezogenheit nach dem einfachen und doch so genußreichen Leben des Landpfarrers. Gereicht Ihnen gleiche Sehnsucht zum Trost, so empfangen Sie ihn reichlich von einem Verbannten, der in seiner schönsten Zeit dem Dorf, der Pfarrkanzel, seinem Beruf und seinen Planen gestohlen wurde und nun seltener selbst den lustigen Schulkatheder mehr besteigen kann, und in den schönen Augenblicken, in denen er sonst mit den Schmetterlingen seiner Phantasie und mit den wirklichen tändelte, nur Akten lesen, Berichte erstatten muß für nichts und wieder nichts, und den Mechanismus der Geschäfte dirigiren.

Sie sind noch glücklich. Sie sind doch durch Ihren schönen Beruf noch in die Welt und ins Leben verflochten, wo Wort und That vom Herzen ans Herz geht, und schreiben lehrreiche Erzählungen, die der gute Geist nicht ohne Nutzen und Segen lassen wird.

Aber — wenn Sie wirklich wieder in eine stille Dorfpfarrei zurückkehren, so thun Sie zur Sache, denn ich kenne Einen, der schon seit 1795 alle Jahre den Bündel macht und ihn alle Jahre wieder auflöst und noch hier ist, nämlich ich ...

 

 

 

... Über den 2ten Th[ei]l der a.[lemannischen] Gedichte bin ich zwar schon in vorläufige Besprechungen eingegangen. Aber das Schönste ist, daß ich noch kein Manuskript dazu vorräthig habe.

Ich bin mit besonderer Hochachtung Dero ergebenster

Dr. Hebel             

CR. d. 16ten Febr. 1811

 

 

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Beide Briefe liegen lediglich als Fragmente vor - wobei
es sich um die Teile eines einzigen Briefes handeln könnte.
Speziell beim unteren Teil ist die Zuordnung eine
Vermutung Zentners, die sich insbesondere darauf stützt,
dass Jäck, ein Bewunderer der Al. Ged., Hebel in einem
vorhergehenden Brief nach einer Fortsetzung gefragt
haben könnte.

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