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AN FRIEDRICH WILHELM HITZIG

   

D. 4ten  [3. Dez. 1801]          

Alles Liebliche und Schöne und Blaue zum neuen Proteusischen Jahr und meinen freundlichen Gruß voraus, dir und der lieben Praesidentinn. Lieber Praesident! Es ist ein ganzes Rudel von vermaledeiten Dreispitzen auf der Heerstraße, die den Weg nach Rötteln suchen. Ich wollte sie anfangs einzeln verschicken; allein sie baten sich alle das Vergnügen aus, durch deine Hände zu gehen, und ieder machte sich, wie ich merkte, im stillen die Hofnung als der Schönste und Wohlgerathenste von dir zum Haussextanten erwählt zu werden und seine irdischen Tage bey dir und in deinem Dienste zu verleben. Ich setze dich also in die Wahl, den, der das wirklich ist, was alle zu seyn praetendiren, für dich zu behalten und von den übrigen 1 an Güntert, 1 an seinen Nachbarn, den Mönch vom Libanon, und 2 an Treutel, die insgesamt schon avertirt sind und sie bei dir abreichen können, verabfolgen zu lassen. Sollte einer und der andere von ihnen so vernünftig seyn und nach der Rechnung fragen, so ligt das Originalschreiben des Praeceptoris Gymnasii mit der Preisanzeige zwischen dem ersten und zweiten und das Echo davon steht auf der Addresse, und ich habe als Judenschmu nichts nachzufordern als 34 cr Fracht..., 12 cr für zwey Briefe... und 19 cr für die Spedition des Geldes — facit einen lausigen Brabanter.

Anliegendes Gedicht deines Onkels, bey dem viel getrunken worden ist, hatte ich sogleich für dich bestimmt. Ich wollte es nemlich zum Gleichgewicht mit dem Brief des Praeceptors zwischen dem ersten und zweiten Sextanten zwischen den (vierten) soll heißen fünften und sechsten legen, um die Axe des Pakets vor Schwankungen zu bewahren. Da ichs aber vergessen habe, so lad' ichs diesem Brief als Ballast zu.

An dem Brief selber wirst du bemerken, daß er eine Prachtausgabe mit breitem Rand und mit Kupfern ist. Ich will doch sehen, ob dir mit's Teufels G'walt keine Antwort abzugewinnen ist.

Halt dein Weiblein warm im unwürschen Dezembersturm.

Dein Parmenideus