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AN FRIEDRICH KARL UND HENRIETTE SCHÜTZ

   

Theuerste Freundinn!                                                          [21. März 1815]

So fließt es mir unwillkürlich aus der Feder, wenn ich sie mit dem recht klaren Bewußtsein und Vorsatz anlege, um Ihrem H. Gemal zu antworten. Aber er nimmt es schon für gut auf und nimmt meinen besten Gruß von Ihnen nur noch lieber an. Ich weiß es schon.

ßougine ist noch unter seiner Addresse in Wien. Auch mir hat er nie geantwortet. Ich schloß daraus nur desto zuversichtlicher, daß die Correspondenz zwischen Ihnen und ihm in Gang sey. Desto weniger begreife ich iezt sein Stillschweigen gegen beide, da ich weiß, wie sehr Ihre und meine Wünsche auch die seinigen sind, und wie sehr er Sie verehrt. Sie werden einen Brief von H. v. Biedenfeld erhalten. H. Staats- und Cabinettrath v. Senzburg, der alles bei dem Großherzog gilt und auf der ersten Linie Ihrer Verehrer steht, ist ebenfalls im Gefolge des G[roß] H[erzogs] in Wien. H. v. Biedenfeld schickt Ihnen seine Addresse. Zu wünschen wäre es, daß wir zuerst wüßten, was durch Boug. geschehen ist. Wie wärs, wenn Sie noch ein freundliches Wort der Erinnerung an ihn ergehen ließen, und ich ein giftiges. Beide zusammen müssen wirken. Ich bitte auch d. K[irchen] R[at] Ewald, daß er an seinen Tochtermann Maj[or] v. Kahlenberg schreibe, der ebenfalls in Wien in dem Gefolge des G. H. ist. Wie sehr sehne ich mich, Sie bald bei uns zu sehen. Ihren H. Gemal bitte ich seinem H. Vater meine große Verehrung zu bezeugen. Von ganzem rheinländischem Herzen

Ihr ergebenster        Hbl.            

CR. d. 21. Merz — (ist der nemliche Tag, an welchem Niclas Bonaparte in Paris seyn wollte) 1815.