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AN HENRIETTE HENDEL-SCHÜTZ

   

Theuerste, verehrteste Freundinn!                                         [Anfang Juni 1811]

Ich bitte Sie das Schatzkästlein des rheinländischen Hausfreundes, das dieser Brief begleitet, freundlich von mir anzunehmen und ebenso freundlich zu verzeihen, daß Sie so oft darinn genannt sind. Hab ich mirs versagen können, mit Ihrer Freundschaft groß zu tun, die ieden, der sie genießt, so sehr beglückt? Der Adiunkt nimmt es schon nicht so genau und findet sich sogar geehrt, daß er auch paradirt, zumal als Schwiegersohn: den Hausfreund selber schlagt er so hoch nicht an.

Unsere gute und sinnige Benda hat allgemeinen Beifall, und ich danke Ihnen sehr dafür, daß Sie mir die Bekanntschaft derselben durch Ihr gütiges Schreiben so zuvorkommend erleichtert haben. Der Himmel lächle zu Ihrem schönen Gedanken, wie ich darüber frohlocke, und zünde alle Sterne an, und fege alle Wolken weg, daß Sie bald zu uns kommen, der Herr Gevatter auch, die herzige Pathe doch auch, — und daß Sie vielleicht auf immer die Unsrigen werden wollen. Dann bin ich ein glücklicher Mann, und es kann noch etwas aus mir werden. Meine herzlichen Grüße Ihrem Herrn Gemal und o wie viel Küsse dem kleinen Engel und der Mutter.

Herzlich Ihr ergebenster                                                        der Hausfr[eund]