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AN FRIEDRICH KARL SCHÜTZ

   

Wohlgebohrener, Hochzuverehrender Herr Professor!

Ich bezeuge Ihnen meine innige Theilnahme an dem Glück der schönen Verbindung, die Sie mir freundschaftl. anzeigten, und meinen wärmsten Dank für alles Liebe und Freundliche, was Sie in Ihrem Briefe mir mittheilen. Ich kann nicht aussprechen, wie glücklich ich Sie schätze, denn ich habe die Worte nicht, um Ihnen zu sagen, wie sehr ich Ihre Gattinn verehre und wie glücklich sie uns auch hier durch ihre Kunst, und alle, denen sie ihr Wohlwollen schenkte, durch ihre Güte und ihren herz und geistvollen Umgang gemacht hat.

Indem Sie mir Ihre Theilnahme an dem Wohlwollen zusichern, mit welchem dieselbe während ihres Hierseyns mich behandelt und vor gezogen hat, bieten Sie mir das erfreulichste Geschenk, das ich mit offenem Herzen aufnehme. Empfangen auch Sie mit Wohlgefallen die Versicherung meiner freundschaftlichsten Gesinnungen. Wie gerne trage ich auf den Gatten meiner edlen Freundinn auch die innigen Gesinnungen und Gefühle über, die ich schon lange für den Namen Schütz gehegt habe.

Erfüllen Sie ia die schönen Hoffnungen, die Sie mir eröffneten, nächst in 2 Jahren den Vater Rhein zu besuchen. 2 Jahre sind so lang, und der Aufenthalt der Reisenden so kurz, denn ich merke schon, es geht durch hier in die Schweitz, auf den Rigiberg, auf den helvetischen Pindus. Nein, kommen Sie bald mit Sack und Pack, mit Frau und Kind in das paradiesische Thal des Neckars und auf immer in unsere liebe Nähe.

Aber iezt erlauben Sie mir, noch ein wenig mit der Theuren selber zu kosen. Empfehlen Sie mich bestens Ihren verehrungswürdigen Eltern. Ich rechne mir es zu einer besonderen Ehre, von Ihrem verdienstvollen Herrn Vater, den ich innig verehre, mit Wohlwollen gekannt zu seyn, und bin mit den reinsten Gesinnungen

Ihr ergebenster D[iener] und Freund

Hebel        

Carlsruhe d. 13. Nov. 1810

 

 

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