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60. Saulus.
Die Heftigkeit der Rede des
Stephanus machte den Namen Jesu noch viel verhaßter, als er vorher war,
und seine Steinigung war der Anfang und die Losung zu einer allgemeinen
Verfolgung. Die ganze Gemeine in Jerusalem floh auseinander und zerstreute
sich in das ganze Land und bis in Syrien hinein, also, daß
jetzt die Bekenner Jesu und die Boten seines Reichs in ganz Judäa und Samaria und über die Grenzen des Landes
hinaus verbreitet waren, in Galiläa ohnehin. Denn was bewirkt das
Ungewitter und der Sturm? Er trägt die fruchtbaren Samenkernlein
weiter. Aber der Schlimmste unter allen, welche die Gemeine in Jerusalem
zerstörten, war der junge Pharisäer, der an dem Tode des Stephanus so
großes Wohlgefallen gefunden hatte. Ja, er verfolgte jetzt die Bekenner
des verhaßten Namens bis in die fremden Städte, daß er sie gebunden
nach Jerusalem führte.
Als er zu solchen Zwecken sich nach Damaskus in
Syrien begab — sein Gewissen mochte ihn wohl bisweilen beunruhigen, ob
er auch auf guten Wegen sei; Gott läßt keinen ungewarnt auf bösen Wegen
gehen —, plötzlich umleuchtete ihn eine Helle vom Himmel. Er fiel auf
die Erde und hörte eine Stimme: »Saul, warum verfolgst du mich?« Er
sprach: »Herr, wer bist du?« Die Stimme antwortete: »Jch bin Jesus,
den du verfolgest.« Er fragte: »Herr, was willst du, daß ich tun soll?«
Die Stimme sprach: »Gehe hin in die Stadt! Da wird man dir sagen, was
du tun sollst.«
In der Stadt, in Damaskus, besuchte ihn auf Gottes
Befehl ein Jünger mit Namen Ananias und unterrichtete ihn und taufte
ihn. Von der Zeit an war er ein anderer Mensch; und war er von Jerusalem
gekommen, daß er die Bekenner Jesu verfolgte, so ward er jetzt selber
einer und lehrte in den Schulen, daß Jesus sei Christus, der Sohn
Gottes. Also ward er ein Apostel, und weil er ein anderer Mensch war
worden, so änderte er auch seinen Namen und nannte sich Paulus, und die
ihn vorher fürchteten, liebten ihn jetzt und freuten sich seiner
Bekehrung.
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