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14. Matthäus.

 

Jesus ging an einer Zollstätte vorbei. An der Zollstätte saß ein Mensch mit Namen Matthäus, sonst auch Levis genannt, und war ein Zöllner. Diese Art Menschen war den Juden sehr verhaßt, besonders auch um deswillen, weil sie wegen ihres Geschäftes viel Verkehr mit den Heiden, mit den Römern hatten. Aber es gibt unter allen Ständen Leute, welche für das Reich Gottes geschickt sind. Matthäus war ein solcher, und Jesus verachtet niemand; er weiß die guten Menschen überall zu finden. Er sprach zu dem Zöllner mit freundlichem Blick und Wort: »Folge mir nach!« Dem Zöllner tat das freundliche Wort so wohl. Er verließ die Zollstätte und folgte Jesu nach. Selbigen Abend ladete Matthäus Jesum zum Essen ein. Zu dem Essen kamen auch andere Zöllner, gute Bekannte des Matthäus, auch Sünder, wie man sie nannte, das heißt Heiden. Daran hatten die Pharisäer ein großes Mißfallen. Es waren die Pharisäer eine Sekte unter den Juden und hielten gar viel auf gewisse äußerliche Gesetze und Gebräuche und sonderten sich von allen Menschen ab, welche nicht so waren wie sie, als wenn sie durch den Umgang mit ihnen verunreinigt würden. Es waren manche fromme und achtungswerte Menschen unter ihnen. Aber die meisten meinten, das sei die Frömmigkeit, daß man die Gebrauche beobachte und heilig aussehe. Es waren bösartige, gefährliche Heuchler voll Stolz und Verdammungs sucht. Alle Heuchler find gefährliche Menschen.

Als nun diese bösartigen Pharisäer Jesum bei dem frommen Zöllner sahen und andere Zöllner mit ihnen, taten sie den Jüngern des Herrn einen Vorhalt darüber. »Warum ißt und trinkt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?« Jesus aber, als er es hörte, gab ihnen die gerechte und schöne Antwort: »Weil die Gesunden des Amtes nicht bedürfen, sondern die Kranken; weil ich gekommen bin, die Sünder zur Besserung zu rufen, nicht die Gerechten.« Ein andermal sahen die Pharisäer, daß die Jünger Jesu aßen und nicht vorher die Hände gewaschen hatten; deswegen sprachen sie zu Jesu: »Warum waschen deine Jünger die Hände nicht, ehe sie essen?« Säuberlichkeit und Waschen, wenn man es nötig hat, ist eine gute Sache und steht besonders auch den Kindern schön an. Aber bei den Pharisäern war es nur ein abergläubischer Gebrauch. Sie sagten: der Mensch wird unrein, wenn er unreine Speise ißt, und die Speise wird unrein, wenn man nicht zuerst die Hände wäscht; es mag sonst nötig sein oder nicht. Jesus aber sprach zu ihnen: »Die Speise, die in den Menschen hineingeht, kann ihn nicht verunreinigen. Aber die bösen Gedanken, welche inwendig sind und aus dem Herzen herauskommen, die verunreinigen den Menschen.«

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz!

Es war unter den Juden auch noch eine andere Sekte in den Tagen Jesu, die Sadduzäer. Sie waren fast in allem den Pharisäern entgegen. Zwar hielten sie das Gesetz Mosis in Ehren und lehrten, daß man nur in der Tugend die Ruhe und den Frieden des Herzens finden könne; die Satzungen und Gebrauche der Pharisäer verachteten sie. Auch wollten sie nichts von den Engeln wissen und behaupteten, nach dem Tode sei alles aus; die unglücklichen Menschen! Wiewohl Jesus hatte nicht so viel mit ihnen zu schaffen als mit den Pharisäern. Sie verursachten ihm nicht so viel Anfechtungen als diese.
 

 

 

 
 

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