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59. Die kümmerlichen
Zeiten dauern fort.
Jerusalem war nun wieder gebaut.
Der Gottesdienst war wieder eingerichtet. Auch das Land bevölkerte sich
wieder allmählich. Aber die schönen Zeiten Davids wollten nicht mehr
zurückkehren. Das Reich der Perser wurde von den Griechen erobert. Da
wurden Abrahams unglückliche Nachkommen Untertanen der Griechen wie ein
anderes gemeines Volk.
Als die griechischen Feldherrn die eroberte Welt unter sich teilten, und
zwar mit dem blutigen Schwert, wurden sie bald syrisch, bald ägptisch,
bald wieder syrisch.
Ein preiswürdiges Heldengeschlecht, die Makkabäer, machten das Land
wieder frei von aller fremden Herrschaft. Viel Blut wurde um die edle
Freiheit vergossen. Aber die schönen Zeiten Davids wollten doch nicht
zurückkehren.
Nach diesem wurden sie zu ihrer letzten Schmach Untertanen eines
Edomiters, des Herodes und seiner Nachkommen. Damals wurde das Land auf
der Abendseite des Jordans eingeteilt in Judäa, Samaria und Galiläa. Es
kamen die Römer in das Land, die überall hinkamen, und setzten in Judäa
ihre Landpfleger. In dieser langen Zeit der Trübsal war kein Prophet
mehr erschienen. Kein Wort des Trostes richtete mehr die armen Gemüter
auf.
Desto sehnlicher warteten sie auf den Verheißenen und nannten ihn zum
voraus mit schönen und gerechten Namen Sohn Davids, ferner Messias oder
Christus, das heißt der Gesalbte oder der König, ferner des Menschen
Sohn, den Daniel, der Prophet, in des Himmels Wolken sah, ferner Sohn
Gottes, Retter, Erlöser, Heiland. Denn je dunkler auf der Erde die Nacht
der Trübsale ist, desto heller steht am Himmel der Stern der Weissagung.
Aber die Törichten hofften, er werde die Herrschaft der Römer in dem
Heiligen Lande zerstören und den weltlichen Thron Davids wieder
herrichten, und hätten doch schon lange erkennen können, daß ein
solcher, wie sie ihn erwarteten und wünschten, nicht kommen werde. —
Gottes Gedanken sind nicht eure Gedanken, und seine Wege sind nicht eure
Wege; sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch
seine Gedanken höher als der Menschen Gedanken.
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