|
40. Davids Sünde und Reue.
Es folgt nun eine schlimme
Geschichte, und es wäre ja wohl besser, daß sie sich nicht zugetragen
hätte. David fiel in eine große Sünde. Ein mächtiger König hat größere
Gelegenheit und Versuchung zur Befriedigung seiner Begierden als ein
anderer, wenn er Gott nicht stets vor Augen behält. Mancher, der sich in
seiner Armut und Niedrigkeit wohl für fromm hält, wer weiß, wie er wäre,
wenn er in Macht und Reichtum lebte und ungestraft und ungescheut tun
könnte, was er wollte. Das Kriegsheer des Königs lag vor einer
feindlichen Stadt. Der König aber saß in Jerusalem und gewann eine Liebe
zu der Ehegattin eines Kriegsmannes, Urias. Deswegen befahl er seinem
Feldhauptmann, dem Joab, daß er den Urias in den Streit stellte, da, wo
er am härtesten war. Hernach mußte sich das Volk hinter ihm abwenden,
daß er von den Feinden erschlagen wurde. Als Urias tot war, nahm David
feine Ehegattin zum Weibe, Bathseba hieß sie, und versündigte sich also
schwer durch eine Begierde und durch eine künstliche Mordtat. Auch ein
gutes Herz kann tief fallen. Aber je tiefer es gefallen ist, desto
schneller muß es sich auch wieder in die Höhe heben und seinen Gott
wieder suchen, den es verloren hat. Es kann nicht lang in der Sünde
verharren und ohne seinen Gott sein. Sein Gott kommt ihm wieder
entgegen.
|
||
|
|